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Rostock-Südstadt : Aufstockung: Mieter verunsichert

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Das kommunale Wohnungsunternehmen Wiro will in der Südstadt nach oben bauen. Die Bewohner sind skeptisch

1000 Quadratmeter, Aufzüge, barrierefreie Wohnungen, eine Erweiterung der Stellplatzanlagen – das kommunale Wohnungsunternehmen Wiro will in der Südstadt seinen Bestand aufstocken. Sowohl in der Majakowskistraße 34 bis 37, als auch in der Lomonossowstraße 17 bis 20 sollen jeweils sechs neue Wohnungen entstehen. Dazu müssen die bestehenden viergeschossigen Blöcke durch eine weitere Etage ergänzt werden. Parallel plant die Wiro, die entsprechenden Häuser zu modernisieren.

Die Mieter der Majakowskistraße sind verunsichert: „Was passiert mit uns, mit den Alten und Kranken?“, fragt sich Gerda Bruhn. „Ich habe mir gerade erst auf eigene Kosten neue Geräte für die Küche gekauft, nun soll alles von Gas- auf Elektroleitungen umgestellt werden“, ergänzt Ingrid Hermann verärgert.

Die Baugenehmigung für die geplanten Maßnahmen wurde bisher nicht erteilt. Ralph Müller vom Stadtplanungsamt ist aber zuversichtlich. Weil es bereits Fünfgeschosser in der Südstadt gebe, sei die Aufstockung zulässig. „Wir halten den Antrag für genehmigungsfähig“, so Müller. Dass sich jeder Vermieter Gedanken macht, was er mit den eigenen Häusern anstelle, sei normal. Das Stadtplanungsamt stehe Vorschlägen, das Wohnungsproblem in Rostock zu lösen, grundsätzlich positiv gegenüber. Anwohner Ulrich Hahnemann befürchtet hingegen, dass Aufstockung der Wohngebäude eine Kettenreaktion auslöse. „Wenn erst mal einer anfängt, ziehen alle anderen nach“, befürchtet er.

Der erste Dominostein falle frühestens im Frühjahr 2017. Wiro-Architekt Thomas Dürre rechnet mit einer Bauzeit von mindestens sechs Monaten. Die Mieter sollen während dieser Zeit in ihren Wohnungen bleiben können, erklärt René Wigger, Leiter des Kundenzentrums Mitte. „In dem Wohnblock sind hauptsächlich Rentner Zuhause. Die psychischen und psychologischen Belastungen, die durch die Baumaßnahmen entstehen, sind nicht zumutbar“, sagt Hahnemann, dessen Wohnblock zuletzt in den Jahren 1993 und 1994 saniert wurde. „Wie das damals vonstattenging, gleicht einer Katastrophe.“ Monatelang schliefen die Bewohner unter Plastikplanen. „Die Logistik sollte dieses Mal besser funktionieren“, hofft Hahnemann, der einer Modernisierung grundsätzlich positiv gegenüberstehe. „Doch bevor man an eine Aufstockung denkt, sollte man bestehende Probleme lösen.“ Hahnemann erklärt: „Bei sintflutartigen Wasserfällen stehen die Häuser unter Wasser. Das Wassersystem ist zwar durchgängig, großen Wassermengen aber nicht gewachsen. Hinzu kommt die Undichte des Hauses. Zum Beispiel hat der Betonestrich im Keller Löcher.“

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erstellt am 09.Jul.2016 | 08:00 Uhr

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