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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 14:27 Uhr

Wirtschaft in MV : Aufschwung an der Kaikante

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Seehafen legt beim Umschlag um 14 Prozent zu. Die Hansestadt profitiert vom Ausbau der Bahn.

svz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Der Rostocker Seehafen hat das erste Halbjahr beim Brutto-Umschlag mit einem großen Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum abgeschlossen. Im ersten Halbjahr erhöhte sich die Zahl der umgeschlagenen Güter um 1,5 auf 11,9 Millionen Tonnen, wie der Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero), Dr. Ulrich Bauermeister, am Sonnabend berichtete. „Nachdem die Bahnstrecke Rostock–Berlin nach zweijähriger Bauzeit endlich wieder für den Güterverkehr umfänglich genutzt werden kann, sind Umschlaggüter wie Zement in den Hafen zurückgekehrt“, sagt Bauermeister.

Mehr als die Hälfte des Gesamtumschlags in der Hansestadt gewährleisten die Fährreedereien. Auf den vier Fährverbindungen und drei Ro/Ro-Linien von und nach Dänemark, Schweden und Finnland wurden 161 000 Lkw befördert – plus drei Prozent. Zudem rollten wie im Vorjahr rund 56 000 Trailer über die Kaikanten. Am umgebauten Terminal für den Kombinierten Ladungsverkehr wurden mit rund 34 000 Einheiten 1000 mehr als im Vorjahr von wöchentlich 32 Kombiverkehrszügen umgeschlagen. „Es geht voran“, freut sich der Hero-Chef vor dem Hintergrund der bis zum Frühjahr andauernden Bauarbeiten auf dem KV-Terminal und dem Ausbau der wichtigen Bahnstrecken.

Den größten Zuwachs erzielte der Universalhafen allerdings bei Schüttgütern (plus 33 Prozent). Allein bei Getreide stieß der Hafen im ersten Halbjahr mit 1,75 Millionen Tonnen in neue Dimensionen vor. Rostock entwickelt sich zur Drehscheibe im Getreideumschlag. Auch dafür, so Bauermeister mit Fingerzeig auf die Konkurrenz in Polen, sei der Ausbau des Seekanals unverzichtbar.

Eine positive Entwicklung des Frachtverkehrs verzeichnet auch Scandlines-Geschäftsführer Heiko Kähler. Im Juli kam deshalb die Multiplex-Fähre „Mercandia“ vom Öresund zur Verstärkung nach Rostock. Die Fertigstellung der Neubauten erfolgt nach den Vorarbeiten bei Blohm & Voss in Hamburg bei der Werft Fayard A/S in Dänemark, um zumindest die erste Fähre zur nächsten Saison einsatzklar zu haben. Dabei müssten 700 Tonnen Stahl zurückgebaut, kilometerlange Elektroleitungen neu installiert und die Brückenaufbauten aus Aluminium neu angefertigt werden. Ob es bei den Namen „Berlin“ und „Copenhagen“ bleibt, werde noch diskutiert, so Kähler. Bei der deutschen Flagge für eine der Fähren soll es aber bleiben.
Björn Saschenbrecker, der Frachtchef der TT-Line, berichtet von der Realisierung eines Pilotprojekts. Die Fähre „Robin Hood“ erhielt auf der Öresundwerft in Landskrona eine Rauchentschwefelungsanlage. Die Stena Line verlagerte ihren Güterbahnverkehr von Sassnitz nach Rostock, was den Frachtverkehr hier steigern hilft, wie Hardy Puls von der Stena Line berichtet. Der Passagefachmann freut sich in seiner Funktion natürlich insbesondere über einen Zuwachs von 24 Prozent bei den Passagierzahlen, mit denen auch die An-Bord-Umsätze stiegen.

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