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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 16:45 Uhr

Zahlreiche Einsätze in MV : Aufräumen nach dem Sturm

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Herwart fordert vermutlich ein Todesopfer und sorgt bei Feuerwehren für Dauereinsatz

svz.de von
erstellt am 31.Okt.2017 | 20:30 Uhr

Erst Tage nach Sturmtief „Herwart“ wird das Ausmaß der Schäden in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar. Es hat für jede Menge Schäden gesorgt – und den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren während und nach dem Wochenende reichlich Arbeit beschert.

Die Stadtverwaltung Schwerin sperrte am Montag bis auf weiteres den Waldfriedhof, nachdem der Sturm am Sonntag dort mehr als 50 Bäume umgerissen hatte.  In manchen Baumkronen hingen noch große abgebrochene Äste, die herunterstürzen könnten. Die geplanten Beerdigungen sollen aber stattfinden. Die Bahn hatte den ganzen Montag zu tun, um die wichtigen Strecken Schwerin-Hamburg und Berlin-Hamburg wieder flottzubekommen. Auf der vielgenutzten Pendlerstrecke war nach „Herwart“, der am Sonntag über den Nordosten gefegt war, ein Busnotverkehr eingerichtet worden. In Hagenow rissen Böen Teile eines Hausdaches herunter, das auf sieben parkende Autos stürzte. Verletzt wurde niemand. Bei Wittenburg rissen die Wurzeln eines umstürzenden Straßenbaumes ein zwei Meter breites und eineinhalb Meter tiefes Loch in die Fahrbahn.

Im Landkreis Rostock kamen in einem Zeitraum von rund 13 Stunden mehr als 270 Meldungen bei der Leitstelle Mitte rein. Zeitweise wurden hier sogar zusätzliche Mitarbeiter in den Dienst gerufen, um die Vielzahl der Notrufe zu bearbeiten. Vor allem mit umgestürzten Bäumen wie in Kessin, Poppendorf, Pölchow, Kritzmow und Altenhagen hatten die Kameraden zu tun.

Auch die Lambrechtshäger Wehr musste ausrücken, um ein etwa 20 Meter langes und mit Pappe gedecktes Dach zu sichern. Dieses wurde vom Sturm komplett abgedeckt, sodass die Kameraden lose Einzelteile entfernen mussten. Während ihres Einsatzes übernahmen die Kollegen aus Admannshagen-Bargeshagen die Beseitigung eines umgestürzten Baumes zwischen Lambrechts- und Allershagen. In Kavelstorf forderte ein großer Baum, der auf ein altes Gutshaus gestürzt war, die Feuerwehr. Hier mussten sogar Spezialkräfte anrücken. Laut Feuerwehr befand sich zu diesem Zeitpunkt niemand in den darunter liegenden Räumen, sodass niemand verletzt wurde.

Ein Todesopfer hat das Sturmtief im Landkreis vermutlich dennoch gefordert. In Prangendorf wurde am Montag ein 61-jähriger Jäger aus dem Emsland tot aufgefunden. Laut Polizei sei der Leichnam unter einem umgestürzten Hochsitz entdeckt worden. Die Situation weise darauf hin, dass der Hochsitz durch den Sturm umstürzte und dabei den Mann unter sich begrub.

Ordentlich zu tun hatten auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Doberan. Neben verwehten Baustellenabsperrungen und losen Überdachungen waren sie in Heiligendamm unterwegs. Das kleine Seebad wurde von Herwart schwer getroffen. Zeitweise wurde sogar vor Fahrten dorthin gewarnt. Umgestürzte Bäume auf den Gleisen brachten den Zugverkehr der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli zum Erliegen. Erst am Montag konnten die Aufräumarbeiten auf dem Küstenradweg von Kühlungsborn nach Heiligendamm beginnen.

Auch am Montag erwies sich der Herbstwind als tückisch, obwohl er im Vergleich zum Vortag stark nachgelassen hatte. Zwischen Dierhagen und Wustrow auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst landete ein mit Obst und Gemüse beladener Lastwagen im Straßengraben, nachdem er von einer Böe erfasst worden war.

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