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25 Jahre Lichtenhagen : Aufklärungsarbeit im Demokratie-Zelt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Vereine thematisieren Geschehnisse in Lichtenhagen aus verschiedenen Perspektiven

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Fotos, Zeitungsartikel, Tagebücher – mehr als 1000 Dokumente, die die Ereignisse in Lichtenhagen aus dem August 1992 abbilden, hat der Verein Soziale Bildung innerhalb von knapp zwei Jahren zusammengetragen. Eine repräsentative Auswahl des sogenannten Lichtenhagen-Archivs haben Martin Arndt und seine Kollegen gestern im Demokratie-Zelt auf dem Neuen Markt gezeigt.

„Der Grundstock stammt zu großen Teilen von Privatpersonen, die uns Aufnahmen aus der Zeit zur Verfügung gestellt haben“, sagt Arndt, der das Projekt „Lichtenhagen im Gedächtnis“ koordiniert. Ein wichtiger Teil des Archivs seien umfassende Aufzeichnungen aus dem Jugendalternativzentrum (JAZ), derzeit durchforste die Gruppe weiter das Stadtarchiv. „Im September wird das Archiv dann im Peter-Weiss-Haus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und kann nach Absprache genutzt werden, auch für Schulklassen“, so Arndt.

Im Laufe der Lichtenhagen-Gedenkwoche werden täglich von 13 bis 17 Uhr weitere Protagonisten das Demokratie-Zelt auf dem Neuen Markt bespielen. Während morgen die Musikschule Vierteltakt ihr Projekt „Musik gegen Gewalt“ vorstellt, stehen am Donnerstag das Bündnis Rostock hilft und die Arbeiterwohlfahrt (Awo) sowie am Freitag das Ökohaus und die Awo im Zelt vor dem Rathaus.

Zum ,Tag der Vielfalt‘ am Sonnabend wird es direkt am Sonnenblumenhaus aufgeschlagen.

Die Idee zum Demokratie-Zelt stammt von Bunt-statt-Braun-Geschäftsführer Matthias Siems. Umgesetzt werden konnte sie dank der „Partnerschaft für Demokratie“, einer vom Bund geförderten Strategie. Daneben haben die Initiatoren auch ihre „Wand gegen Rassismus“ aufgestellt. An der dürfen Rostocker und Besucher ihr Zeichen gegen Rassismus setzen – mit bunten Farben malen, schreiben, zeichnen. Die Wand war bereits seit März in Schulen und bei großen Veranstaltungen in der Stadt unterwegs. Bei der Abschlussveranstaltung am Sonnabend sollen mehr als 30 zwei mal drei Meter große Leinwände mit Botschaften am Sonnenblumenhaus aufgehängt werden.

 

Kommentar “Zeichen setzen“ von Katrin Zimmer

Ist es notwendig, eine Gedenkwoche für Lichtenhagen abzuhalten? Ein Archiv anzulegen? In die Fußgängerzone zu gehen und die Menschen zu konfrontieren? Ich sage ja. Statt die Ereignisse totzuschweigen, hilft nur informieren, reden, erinnern und mahnen. Diejenigen, die vielleicht noch zu jung waren, um zu wissen, was eigentlich passiert ist, aber auch die, die heute – gerade angesichts der Flüchtlingskrise – vielleicht eine andere Sichtweise auf damals gefunden haben. Allein dass Rostocks soziale Vereine sich freiwillig so engagieren, setzt Zeichen – gegen Rassismus.

 

 

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