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19. November 2017 | 11:15 Uhr

Rostock : Aufbruchstimmung bei der Marine

vom

In ein bis anderthalb Jahren soll das neue Marinekommando einsatzbereit sein. Das zumindest wünschte sich der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, gestern zum Auftakt einer Standortbereisung in Rostock.

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erstellt am 17.Nov.2011 | 08:48 Uhr

Rostock | In ein bis anderthalb Jahren soll das neue Marinekommando in Rostock einsatzbereit sein. Das zumindest wünschte sich der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, gestern zum Auftakt einer Standortbereisung in Rostock. Auf der sieben Stationen umfassenden Tour will er die Soldaten über den aktuellen Stand der Bundeswehr strukturreform unterrichten.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte vor rund drei Wochen bekanntgegeben, welche Einrichtungen erhalten bleiben und damit die Grobstruktur festgelegt. Rostock gilt als ein Gewinner der Reform. Es wird Heimstatt des Marinekommandos, das sich aus Marineamt, Flottenkommando und Führungsstab neu zusammensetzt. 2240 Soldaten sollen in der Hansestadt ihren Dienst leisten - nur 80 weniger als bisher.

"Ich habe den Eindruck, die Neuausrichtung wird manchmal mehr als Mathematikaufgabe aufgefasst, bei der vergessen wird, wie viele Menschenschicksale daran hängen", sagte Schimpf gestern. Ihm liege am Herzen, dass die Soldaten von ihrem Inspekteur erfahren, wo sie stehen und wie es weitergeht. Als ersten Schritt habe er im Internet bereits einen Podcast eingerichtet. Im Gespräch mit den Soldaten will er nun deren Sorgen diskutieren: "Sie beschäftigt, ob sie in neue Strukturen wandern und wo ihre Dienstposten untergebracht werden."

Das gelte auch für Rostock. Denn trotz der etwa 750 Soldaten im neuen Marinekommando muss auch die Hansestadt Abzüge hinnehmen. So wird beispielsweise die Abteilung Marinerüstung und -logistik im neuen Marineunterstützungskommando (Mukdo) in Wilhelmshaven aufgehen. Bislang waren die rund 200 Soldaten Teil des Marineamts. Außerdem wird das 7. Schnellbootgeschwader aufgelöst, das derzeit noch in Hohe Düne beheimatet ist. Es soll nach und nach durch das 1. Korvettengeschwader ersetzt werden. Wann das geschieht, ist aber noch offen - ebenso wie der genaue Zeitplan für die weitere Umstrukturierung.

Und auch eine Aufstellung der Kosten für die Umsetzung der Reform gebe es noch nicht. Erst müsse die Feinplanung abgewartet werden, die zwei bis drei Monate in Anspruch nehme. "Momentan gibt es noch zu viele offene Enden", so der Inspekteur. Fest stehe aber schon jetzt, dass kaum bauliche Veränderungen am Standort Rostock nötig seien. "Die ganze Liegenschaft ist hervorragend geeignet", sagte Schimpf. Auch deswegen sei die Hansestadt als neue Zentrale ausgewählt worden. Zudem seien die räumliche Nähe zur Hauptstadt, die Funktionalität, Kosten, Attraktivität und Präsenz in der Fläche weitere Auswahlkriterien gewesen. Bunker, gar atomsichere wie in Glücksburg, wird es keine geben. "In Rostock bleibt alles oberirdisch", so der Vizeadmiral.

Generell sei lediglich für die Verlegung des Marine-Operation-Centers (MOC) von Glücksburg in die Hansestadt ein Neubau erforderlich. Dieses soll vorerst aber in Schleswig-Holstein verbleiben. "Der Umzug ist eine anspruchsvolle Aufgabe, über deren Zeitplan ich nicht spekulieren will", sagte Schimpf. Seinen Führungsstab hingegen soll der erst vor einem Jahr fertiggestellte Neubau in der Hansekaserne aufnehmen. Im 10,5 Millionen Euro teuren Haus kommen 250 Mitarbeiter unter. Sorgen, wegen der Abschaffung der Wehrpflicht nicht mehr genügend Soldaten für die Marine zu finden, macht sich Schimpf nicht. "Im Moment ist die Bewerberlage recht ordentlich", so der Inspekteur. Die eigenen Erwartungen seien sogar übertroffen worden. Dennoch würde er gern ein Prämiensystem zur Gewinnung von Fachkräften einführen und die Vergütung für Einsätze auf See anheben.

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