Tanzkunst : Auf Spitze in der Zeit zurück

Von der Renaissance zum Barock nehmen Ballettschüler und Profitänzer Hannah Heitmann, Luisa Fritzsche, Enkhzorig Narmandakh, Lene Mengel, Anton Donner, Teresa Lucia Forstreuter, Emily Zur (v. l.) die Zuschauer mit auf eine Zeitreise. Fotos: Thomas Häntzschel
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Von der Renaissance zum Barock nehmen Ballettschüler und Profitänzer Hannah Heitmann, Luisa Fritzsche, Enkhzorig Narmandakh, Lene Mengel, Anton Donner, Teresa Lucia Forstreuter, Emily Zur (v. l.) die Zuschauer mit auf eine Zeitreise. Fotos: Thomas Häntzschel

Sabine Marquardt geht Kooperation mit dem Volkstheater ein und gestaltet einen Abend, der an den Hof des Sonnenkönigs entführt

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20. November 2014, 10:00 Uhr

An die Wiege des Bühnentanzes führt Sabine Marquardt ihr Publikum im Dezember. Denn die steht im Barock, am Hof des Sonnenkönigs, wie die Choreografin und Inhaberin der Ballettschule Marquardt zu berichten weiß. „Ludwig XIV. war es, der als erstes eine Tanzcompagnie zusammenstellte und eigene Stücke choreografierte“, erklärt Sabine Marquardt. An einem Abend mit 45 Ballettschülern, vier Profi-Tänzern vom Volkstheater sowie Musik, Gesang und Moderation will sie von den Anfängen des Balletts erzählen.

Die Veranstaltung mit dem Titel „Renaissance – Tanz – Barock“ ist eine Kooperation zwischen der Ballettschule und dem Volkstheater. Sabine Marquardt hatte die Idee und traf damit bei Intendant Sewan Latchinian auf offene Ohren. „Die Rostocker Tanzszene ist sehr lebendig und vielfältig“, sagt die Choreografin. Gemeinsame Projekte zwischen städtischer Bühne und freier Szene seien darum sinnvoll. „Meine Schüler waren schon öfter bei Inszenierungen des Volkstheaters dabei. Sie wissen, wie sie sich auf der Bühne bewegen müssen und können sich schnell auf die Gegebenheiten einstellen“, so die Tanzpädagogin.

Bei der Suche nach einem Inhalt für die neue Kooperation fiel Sabine Marquardt sofort der Barocksaal vis à vis ihrer Schule ein – „einer der schönsten Räume in der Stadt“, wie sie findet. Und dann war auch das bestimmende Thema des Abends schnell gefunden.

Passend zum historischen Ambiente des Saals wird ein Überblick über die höfischen Tänze des 16. und 17. Jahrhunderts geben. Außerdem wird der Tenor Titus Paspirgilis als Zeremonienmeister auch das ein oder andere Ritual erklären. So war eine Aufforderung zum Tanz beispielsweise vor 300 Jahren noch ein durchreglementiertes Zeremoniell. Mehr als 60 Kinder und Jugendliche der Ballettschule wirken mit, je 45 an einem Vorstellungsabend. Vier Tänzer des Volkstheaters studieren derzeit zusammen mit Sabine Marquardt die Choreografien ein. Auch für die Profis ist Barock-Tanz etwas Ungewohntes. „Das Thema wird im Studium zwar gestreift, aber nicht praktisch vertieft“, sagt Linda Kuhn. Der Unterschied zum zeitgenössischen Tanz sei groß. So spiele sich die Bewegung hauptsächlich in den Beinen ab, während der Oberkörper eher starr bleibe. „Das Reduzierte, das dann auch diese gewisse Eleganz ausstrahlt, muss man erst lernen“, pflichtet ihr Teresa Lucia Forstreuter bei. Die Arbeit an dem Tanz-Abend sei wie eine Reise in die Vergangenheit. „Das waren hochelegante Leute, die das getanzt haben – ganz anders als bei den Volkstänzen“, sagt Enkhzorig Narmandakh. Ein bisschen sei es wie Formationstanz mit vielen Raumwegen, sagt Linda Kuhn.

Die vier Mitglieder der Tanzcompagnie werden den barocken Teil des Programms sowie ein zeitgenössisches Stück gestalten. Menuett, Gavotte und Bourée stehen auf dem Programm. Die Schüler von Sabine Marquardt hingegen werden sich eher auf den Programmteil Renaissance konzentrieren. Die Übergänge seien aber fließend, erklärt Sabine Marquardt. Sie freut sich darauf, das Rostocker Publikum im Advent in eine lange vergangene, faszinierende Welt zu entführen. „Es wird ein Abend für die ganze Familie“, verspricht die Initiatorin.


Premiere: 13. Dezember um 18 Uhr; weitere Termine: 14., 16., 18., 20. und 21. Dezember jeweils 18 Uhr im Barocksaal; Karten: Theaterkasse in der Doberaner Straße sowie Touristinformation

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