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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 14:12 Uhr

Auf Kosten der Patienten

vom

svz.de von
erstellt am 13.Nov.2007 | 07:28 Uhr

In regelmäßigen Abständen erreichen unsere Zeitung Hinweise von Patientenverbänden und Therapeuten, dass die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern unzureichend ist. Die Wartezeiten sind lang, die Leiden nehmen zu. Umso unverständlicher erscheint daher der Plan, das klinische Fachgebiet der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie bei der Bettenplanung nicht entsprechend zu berücksichtigen. Stattdessen soll eine Kapazitätserweiterung dem Fachgebiet Psychiatrie zugewiesen werden. Das streben zumindest die ärztlichen Fürsprecher der Psychiatrie an, die im entscheidenden Arbeitskreis beim Sozialministerium die Mehrheit bilden.
Die Initiative kommt also nicht aus der Politik, sondern aus den eigenen Reihen, in denen offenbar ein ungesundes Konkurrenzverhalten zu Tage tritt. Denn die Unterordnung würde eine faktische Schwächung des Fachgebietes Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie bedeuten. Das könnten wiederum Patienten zu spüren bekommen, die ohnehin nicht selten eine medizinische Odyssee durchlaufen müssen, weil ihre psychosomatische Erkrankung nicht gleich als solche diagnostiziert wird. Je spezifischer das Angebot, desto größer die Chance, individuell und erfolgreich behandelt zu werden. Der Streit sollte deshalb nicht länger auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden.

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