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Ernährung : Auf eine gelbe Linsensuppe bei Mademoiselle Inga

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kiosk am Rosengarten kultiviert den Bio-Trend. Experten klären auf, was dran ist an der hippen Kost.

von
erstellt am 01.Sep.2014 | 06:00 Uhr

„Essen hält Leib und Seele zusammen“, sagt Inga Wulf. Die 33-Jährige ist bereits den zweiten Sommer Inhaberin des Kiosks Mademoiselle Inga am Rosengarten. „Die Öffnung meiner kleinen, feinen Küche war die richtige Entscheidung“, sagt die Rostockerin.

Mit ihrem Berufsleben sei sie vorher nie so zufrieden gewesen. Studiert hat Wulf Bekleidungstechnik. „Ich hätte mir auch vorstellen können, Schuh- oder Hutmacherin zu werden, Hauptsache, die Arbeit ist kreativ“, sagt sie. Mittlerweile hat sie sich jedoch auf Kulinarik spezialisiert und belegt derzeit einen ayurvedischen Kochkurs und will vielleicht selbst mal Kochkurse geben. Schließlich brauche sie im Winter, wenn es zu kalt für das Leben im 17 Quadratmeter großen Kiosk ist, ein weiteres Standbein. Ihr Catering läuft schon mal an. Fast 30 Aufträge hatte sie in diesem Jahr.

Von Montag bis Freitag versucht sie, pünktlich um 11 Uhr ihre Kiosk-Fenster zu öffnen. Doch ihr Tag beginnt bereits zwischen 7 und 8 Uhr, denn sie kauft die Zutaten für Gemüse-Quiches, Suppen mit so originellen Kombinationen wie gelbe Linsen mit Möhren, Süßkartoffeln, Fenchel und süße Köstlichkeiten wie Quarkkuchen mit Himbeersoße frisch auf dem Bio-Markt ein. Unterstützung bekommt sie gelegentlich von zwei Honorarkräften. „Ich komme mindestens einmal pro Woche, oft mit meiner Tochter. Ökologisches Essen liegt im Trend“, sagt Tobias Herold. Der 36-Jährige kennt die Betreiberin gut und liebt besonders „die Quiche mit dem Mohn-Boden“. Die derzeitige Baustelle in der Hermannstraße nerve zwar, halte ihn aber nicht vom gesunden Essen an den mit Blumen geschmückten Tischen mit Blick auf den Rosengarten ab. Wulf selbst sieht ihr Essen als Alternative zum Rostocker Fastfood-Angebot: „Meine Gemüsesuppen sind frisch zubereitet, gesund, und ich weiß, woher die saisonalen Zutaten kommen.“ Das, was sie koche, mache auch sie als Menschen aus.

„Bioprodukte enthalten weniger Nitrat und Rückstände als herkömmliche Produkte“, sagt Ernährungsberater Jens Hofmann. Die Nähr- und Wirkstoffdichte eines Bio-Produktes sei durch einen geringeren Anteil an Wasser höher. Dennoch sei eine Versorgung ausschließlich mit Bio-Lebensmitteln noch keine Versicherung für eine gesunde Ernährung. Aber auch Ökotrophologin Anke Schernewski sieht die Vorteile von Bio-Produkten: „In der Pflanzenproduktion werden keine chemisch-synthetischen Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel verwendet, sondern es wird auf natürliche Kreisläufe gesetzt“, sagt die Ernährungsberaterin. Gentechnik werde ausgeschlossen. Außerdem seien wesentlich weniger Zusatzstoffe zugelassen.

Auch die Kiosk-Kunden sind angetan von dem gesunden Konzept. Es kommen viele Stammgäste – „nicht nur Mütter mit ihren Kindern, sondern auch Berufstätige“, sagt Wulf. Die heiße Phase sei zwischen 13.30 und 14.30 Uhr. „50 Essen pro Tag gehen locker raus“, sagt die Köchin aus Leidenschaft, die in ihrer Freizeit stundenlang in Kochbüchern nach Anregungen stöbert. Ab 16 Uhr wünschten die Besucher dann fair gehandelten Kaffee, Bio-Eis und Muffins – kein Problem für Mademoiselle Inga.

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