Atemlos zurückgelassen

Auszeichnung für den besten Film: Yves Bartell nimmt sie für sein Werk 'Glashagen' mit nach Hause.dabe
Auszeichnung für den besten Film: Yves Bartell nimmt sie für sein Werk "Glashagen" mit nach Hause.dabe

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07. November 2010, 10:07 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Aus 42 Beiträgen hat der Bundesverband Deutscher Film-Autoren (BDFA) am Wochenende beim 20. Landesfilmfestival die besten Produktionen aus dem Land Mecklenburg-Vorpommern gekürt. Der beste Film des Festivals wurde "Glashagen", den die Rostocker Gruppe "New X-iT" gedreht hat. Der Schauspieler Yves Bartell nahm den Preis stellvertretend für die Gruppe entgegen und konnte sich nicht nur über die herausragende Jury-Bewertung freuen, sondern bekam darüber hinaus auch noch den Sonderpreis für die beste Filmidee. Mit dem Spielfilm tritt das junge Filmteam nun auch bei den Bundesfilmwettbewerben an.

Neben "Glashagen" stach ein weiterer Film aus den anderen Beiträgen heraus. Der schwarz-weiß Spielfilm "Nefastus" wurde zum Publikumsliebling gekürt und bekam außerdem den Sonderpreis für die aufwändigste Vorbereitung. In dem Spielfilm geht es um einen einsamen Briefträger, der die Post fremder Leute vor dem Austragen liest und so versucht Anteil am Leben anderer zu nehmen. Eines Tages liest er den Brief an eine junge Frau und erfährt so, dass sie bald sterben wird. In seinem Entsetzen über die Nachricht zerstört er den Brief versehentlich und muss persönlichen Kontakt zu ihr aufnehmen und ihr gestehen, was er getan hat. Mit seiner Ausdrucksstärke in Bild und Schnitt überzeugte der Film die Jury und das Publikum. Auch die Beiträge, die es nicht unter die Besten geschafft haben, wurden von den Zuschauern mit reichlich Applaus gewürdigt. Insgesamt wurden aus den 42 Beiträgen 14 weiter zu den Bundesfilmwettbewerben gemeldet, um dort das Land zu vertreten. Die Vorsitzende BDFA, Bärbel Dudeck, sagt: "Wir freuen uns jedes Jahr über die vielen kreativen Arbeiten und die verschiedensten Themen."

Das 20. Filmfestival in Mecklenburg-Vorpommern ist das Ergebnis einer engen Kooperation des BDFA und des "Hanse Filmstudios Rostock", die das Festival ausrichten. Im Peter-Weiss-Haus beriet sich die sechsköpfige Jury an zwei Tagen über die eingereichten filmerischen Produktionen und suchte positive als auch negative Aspekte über die Beiträge in der offenen Diskussion. Gudrun Nöh, Hannelore Teich, Kathrin Heim, Andreas Lippitz, Jürgen Braune und Arne Papenhagen hatten in vielen Fällen unterschiedliche Auffassungen von den einzelnen filmerischen Beiträgen und so war es für die Zuschauer ein spannendes Szenario, wie sich die Film-Experten am Ende auf eine gemeinsame Bewertung verständigten. Dabei wurden nicht nur die rein filmerische Leistung bewertet, sondern auch viele weitere Aspekte wie etwa die Idee, die tonerische Umsetzung oder die eingesetzten Stilmittel.

Am Ende musste aber wie beim Gewinner das Gesamtkonzept stimmen. Jury-Mitglied Gudrun Nöh sagt: "Wenn ein Film den Zuschauer atemlos zurücklässt, ist das das Beste, was passieren kann." Beim Jubiläuumsfestival waren der Kreativität keine Grenze gesetzt. Das Repertoire der Filmemacher umfasste Trickfilme, Spiefilme, Dokumentationen, Musikvideos, Animationen, Poetry Clips, Reportagen, Reisefilem und Dramas und reichte inhaltlich von lustigen bis zu sozialkritischen Themen.

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