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Rostock Stadt plant „Südtor“ an Stadthalle

Von Katrin Zimmer | 18.11.2017, 09:00 Uhr

Entwurf sieht Supermarkt und Parkhaus vor. Unterirdische Lösung für Stellplatznot soll geprüft werden #wirkoennenrichtig

Der Umbau der Stadthalle läuft, der erste große Abschnitt ist geschafft. Nach den Arbeiten im Innenbereich folgen die Erweiterung des Foyers Richtung Bahnhof und die Sanierung des Parkplatzes auf der Südseite. Auf dem soll an der Ecke Südring/Erich-Schlesinger-Straße auch ein neuer Discounter mit Parkhaus entstehen – etwa 200 der jetzt 450 Stellflächen fallen dadurch weg. Um den Verlust zu kompensieren, will die Stadt prüfen, ob eine unterirdische Lösung am so genannten „Südtor“ infrage kommt.

Der Investor wolle drei seiner Filialen in der Südstadt schließen – davon betroffen sind die am Platz der Freundschaft, die in der Ziolkowskistraße sowie die in der Brahestraße. Stattdessen soll an der Stadthalle ein neuer größerer Netto-Markt entstehen, erklärte Chefstadtplaner Ralph Müller in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Bürgerschaft. Dabei wollen die Planer die Fluchten der Stadthalle aufgreifen und den neuen Gewerbekomplex kubisch gestalten, so Müller. „Es soll wie eine zweite kleine Stadthalle aussehen.“ Im Erdgeschoss soll der Markt entstehen, darüber vier Geschosse für gewerbliche Nutzung und Parkhaus. Das Projekt laufe in der Verwaltung unter dem Arbeitstitel „Südtor“.

Die Frage, wie die Stadt die wegfallenden Parkplätze für ihre noch gewachsene Stadthalle kompensieren will, warf Ausschussmitglied Daniel Peters (CDU) auf. Nach dem Umbau ist die maximale Kapazität von 5587 auf 6629 Besucher gestiegen. „Wenn aber so viele Plätze wegfallen, wie und wo wird eine ausreichende Kapazität für die Stadthalle geschaffen?“, fragte Peters. Auch das Parkhaus, das auf der anderen Seite Richtung Bahnhof entstehen soll, werde mit seinen 1000 Stellplätzen nicht ausreichen, zumal es nicht allein den Besuchern der Stadthalle zur Verfügung stehen und nicht vor 2020 fertiggestellt sein wird. „Die Parkplätze hinter der Stadthalle werden durch den Bau ja nicht weniger“, entgegnete Matthias Horn, Referent des Oberbürgermeisters für Stadtentwicklungsfragen. De facto fallen jedoch Plätze weg, da auch die geplanten Stellflächen über dem neuen Einkaufsmarkt nicht nur und vorrangig der Stadthalle zur Verfügung stehen, korrigierte Bauamtsleiterin Ines Gründel. Eine Lösung müsse gefunden werden.

„Denkbar wäre es, den ruhenden Verkehr unter die Erde zu bringen“, sagt Stadtplaner Müller. Allerdings sei diese Idee – nicht zuletzt aus Kostengründen – sehr visionär. Davon, noch ein weiteres Parkhaus zwischen Stadthalle und dem neu entstehenden Supermarkt mit Parkdecks zu bauen, rät der Stadtplaner aus ästhetischen Gründen ab. Wichtig ist ihm: „Das ,Südtor‘ zur Stadt muss gut aussehen“, so Müller.