Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Dokumentationszentrum im ehemaligen KdF in Prora droht Schließung Petitionsausschuss des Bundestages schlichtet

Von zvs | 16.10.2011, 07:12 Uhr

Dem Dokumentationszentrum zur Geschichte des Nationalsozialismus in Prora droht erneut die Schließung. Der Mietvertrag zur Nutzung des ehemaligen Kraft-durch-Freude-Bades läuft zum Jahresende aus.

Dem Dokumentationszentrum zur Geschichte des Nationalsozialismus in Prora droht erneut die Schließung. Der mit dem neuen Eigentümer geschlossene Mietvertrag zur Nutzung eines Querriegelblocks des ehemaligen Kraft-durch-Freude-Bades (KdF) für Ausstellungszwecke läuft zum Jahresende aus. "Wir arbeiten auf Abruf und ohne jede Sicherheit", sagt der langjährige Leiter, Jürgen Rostock von der "Stiftung Neue Kultur". Im schlimmsten Fall müsse die Ausstellung, die allein in diesem Jahr etwa 72 000 Besucher besichtigten, in elf Wochen schließen.

Die Räumlichkeiten mit etwa 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche gehören seit 2004 der privaten Inselbogen Jugend & Sport GmbH & Co. KG, die in Prora einen Sport- und Freizeitkomplex plant. Deren Investoren scheinen sich nicht mehr an eine Klausel halten zu wollen, die seinerzeit bei den Verhandlungen mit dem Bundesvermögensamt in den Kaufvertrag aufgenommen worden sei, sagt Rostock. Im Paragraph 9 war den neuen Eignern seinerzeit auferlegt worden, dass "die gegenwärtigen Nutzer grundsätzlich die Möglichkeit erhalten werden, zu akzeptablen Konditionen im Objekt zu verbleiben". Inzwischen sei das Mietverhältnis jedoch gekündigt worden. Neue Räume gebe es nicht, sagt Rostock. In den jahrelangen Streit will jetzt der Petitionsausschuss des Bundestages eingreifen. Das Gremium reist heute nach Rügen, um sich vor Ort über die Probleme zu informieren.