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Ein Artikel der Redaktion NNN

Markgrafenheide Mit Rollis an den Strand

Von MAPP | 11.06.2017, 05:00 Uhr

Am Aufgang 19 gibt es jetzt einen barrierefreien Zugang. Auch Parkplatz geschaffen #wirkoennenrichtig

Für Sandy Werner und Melanie Leopold war der gestrige Tag ein besonders schöner. Die beiden Rollstuhlfahrerinnen waren die ersten, die den barrierefreien Strandaufgang in Markgrafenheide zu seiner Einweihung ausprobieren konnten. 22 000 Euro hat die Tourismuszentrale im Schulterschluss mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg in den Bau eines barrierefreundlichen Parkplatzes sowie für die 90 Meter langen und 1,20 Meter breiten Antirutschmatten investiert. „Das ist gut angelegtes Geld“, betont Tourismusdirektor Matthias Fromm. Bei der Auswahl der Materialien wurde auf die Erfahrungen in Warnemünde gesetzt und Matten mit hoher Lebensdauer gewählt. In Warnemünde gibt es bereits vier barrierefreie Strandzugänge.

Auch Ortsbeiratsvorsitzender Jürgen Dudek (parteilos) ist froh: „Wir freuen uns sehr darüber, damit kommen wir der hohen Nachfrage in unserem Seebad nach und haben eine langfristige Lösung schaffen können.“ Rostocks Behindertenbeauftragte Petra Kröger ist ebenfalls glücklich über die Lösung. Dass hinsichtlich des Gefälles Kompromisse notwendig waren, findet sie nicht schlimm. „Wichtiger ist, dass jetzt Menschen mit Handicap, aber auch Strandbesucher mit Rollatoren und Kinderwagen bequem an den Strand kommen können. Für Sandy Werner und Melanie Leopold ist das Glück pur. „Es ist schön, wenn man auch die Möglichkeit hat, selbstbestimmt an den Strand zu gelangen und auf die Ostsee zu gucken“, sagt Sandy. Elektrorollis wie ihrer würden sich ohne diese Matten festfahren im Sand.

Wie Tourismusdirektor Fromm erklärt, würde überlegt, noch weitere Matten auszulegen, um eine zusätzliche Befahrbarkeit des Strandes in beide Richtungen und nicht nur zum Wasser hin zu ermöglichen. Dass der barrierefreie Aufgang an einem FKK-Strand liegt, sei auch der Anbindung an das Verkehrsnetz und den Parkplatz Stubbenwiese geschuldet.