Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

warnemünde Interview mit Wencke Myhre

Von MAPP | 11.06.2015, 08:00 Uhr

Norwegische Sängerin erzählt in den NNN, wie sehr sie die Arbeit des Edvard-Munch-Hauses schätzt

Ein Weltstar zu Gast im Seebad: Die norwegische Sängerin Wencke Myhre liest Donnerstagabend bei einer restlos ausverkauften Veranstaltung im Munch-Haus aus ihrer Biografie. Begleitet wird sie vom Ex-Abba-Pianisten Anders Eljas – so wie auch im Leben. NNN-Reporterin Maria Pistor hat mit Wencke Myhre gesprochen.

Frau Myhre, was verbindet Sie mit dem Maler Edvard Munch?

Myhre: Wir Norweger sind wahnsinnig stolz auf ihn. Ich finde es großartig, dass im Munch-Haus Warnemünde die Erinnerung an ihn bewahrt wird. Als die Einladung kam, da fand ich es spannend, es hat mich hier hingezogen.

1965 gewannen Sie in Rostock mit „Menn er menn“ das Schlagerfestival. Erinnern Sie sich?

Ja, ich habe mich sehr gefreut. Und ich bekam ein Service mit Meissner Porzellan, das ich immer noch habe. Irgendwann gingen den Kindern drei Tassen kaputt. Die habe ich später nachbestellt, weil ich es so mag.

Sie haben Karriere und Familie mit vier Kindern vereinbart. Wie ging das?

Ich habe Prioritäten gesetzt. Mir waren die Kinder wichtiger. Ich habe meine Karriere so gelegt, dass ich nie mehr als drei oder vier Tage weg war oder in den Sommermonaten so geplant, dass die Kinder in ihren Ferien mit konnten. Ein Modell ging so: Zu jeder Show nahm ich ein anderes Kind mit und konzentrierte mich ganz darauf. Wir haben zu Hause stets privat und Beruf getrennt. Es lagen nie Ausschnitte aus Zeitungen herum. Auch die Enkel haben meinen Beruf eher von Freunden erfahren. Die fragten: ,Omi, stimmt es, dass Du die bist, die auf der Bühne steht und singt?’.

2010 kam die Diagnose: Brustkrebs…

Ja, das verändert alles. Ganz unerwartet. Man ist an einem neuen Nullpunkt. Und da habe ich noch mehr gemerkt, was ich für eine fantastische Familie habe, bei der ich mich sehr geborgen gefühlt habe. Und man weiß noch mehr, was wichtig ist und was nicht. Manchmal ist es wichtiger, mit einem Enkelkind im Garten ein Glas Saft zu trinken als auf der Bühne zu stehen.

Was haben Sie außer Musik noch für Hobbys?

Ich mag sehr gerne bildende Kunst. Ich liebe die Natur und habe so etwas wie einen grünen Daumen, aber mein Beruf und die Musik gehören ebenfalls unbedingt dazu.

Woran arbeiten Sie gerade?

Im September ist die Premiere einer kleinen Show in einem Theater, die ich mit Anders Eljas gestalte. Sie ist musikalisch sehr vielseitig.