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Ein Artikel der Redaktion NNN

Tödlicher Badeunfall in Warnemünde Die Retter trauern mit

Von mapp | 21.06.2017, 12:11 Uhr

13-jähriges Mädchen stirbt nach tragischem Badeunfall. Die Strömung an der Mole birgt Gefahren

Was zunächst eine böse Ahnung war, ist nun traurige Gewissheit. Das Mädchen, das am Dienstag beim Schwimmen an der Mole in Seenot geraten war, ist heute im Krankenhaus gestorben. Die 13-Jährige war bei hohem Wellengang und starker Strömung minutenlang unter Wasser geraten. Trotz erfolgreicher Reanimation mussten die Angehörigen und die Ärzte auf der Intensivstation mit dem Schlimmsten rechnen. 

An der Unglücksstelle am Warnemünder Strand wurden am Nachmittag bereits die ersten Blumen niedergelegt. Auch David Jorde will hier Abschied von dem Mädchen nehmen, das er nicht retten konnte. Denn der 29-Jährige gehörte zwar zu den Ersten  vor Ort, half, das Mädchen aus dem Wasser zu bergen und unterstützte auf dem Weg zur Klinik bei der Herzdruckmassage – doch heute scheint das alles keine Rolle mehr zu spielen, denn das junge Leben ist viel zu früh zu Ende gegangen.

David Jorde lässt das Ereignis noch einmal Revue passieren: Als Rettungsschwimmer soll er am Unfallort nach dem Mädchen suchen. Der Wellengang und die Unterströmung machen es den Rettern schwer. Auch sie schweben hier, wo das Baden eigentlich streng verboten ist, in Lebensgefahr. Doch das blendet David Jorde aus. „Man handelt nur noch in solchen Notsituationen“, sagt der mutige Schwimmer.

Schließlich entdeckt ein Kitesurfer das Mädchen und kann es auf sein Board ziehen. Auch die zwei 13 und 17 Jahre alten Freundinnen des Mädchens klammern sich an das Brett. David Jorde hilft ihnen, an Land zu kommen. Dort beginnen die Retter umgehend mit der Wiederbelebung – mindestens 20 Minuten geht das, ein langer Zeitraum. Noch im Rettungswagen auf dem Weg zur Klinik sind David Jorde, Marcel Rogge und Maximilian Rothe dabei, als die Ärzte um das Leben der 13-Jährigen kämpfen. Am Ende bleibt ihnen nichts weiter, als zu hoffen. Vergebens, wie sich herausstellt.

Die Stelle, an der die drei Mädchen in Seenot geraten sind, ist besonders gefährlich und leider ist es nicht der erste Badeunfall, der an der Westmole tödlich ausgegangen ist. Vor zwei Jahren starb dort ein elfjähriger Junge. Große Schilder weisen in Deutsch und Englisch auf die Gefahren hin, doch leider werden sie zu oft ignoriert. „Eigentlich müsste es direkt im Wasser stehen, damit es nicht übersehen wird“, findet Feuerwehrmann Marcel Rogge. „Generell gibt es für Rettungsschwimmer keine rechtliche Handhabe, Menschen das Baden zu verbieten“, sagt Thomas Powasserat, Landesreferent Wasserrettung beim DRK. „Aufklärung gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben. Wir können nur an die Einsicht der Badegäste appellieren, das Hinweisschild an der Mole ernst zu nehmen. An der Mole gibt es auch bei geringen Windstärken hohe Wellen, es herrscht eine starke Unterströmung.“