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NSU-Opfer Angehörige in Rostock

Von STEF | 25.10.2014, 11:00 Uhr

Am Montag ist ein Besuch mit Ombudsfrau der Bundesregierung geplant

Wie Stadtsprecher Ulrich Kunze mitteilte, ist am Montag ein Besuch mit umfangreichem Programm geplant. Die Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer der so genannten Zwickauer Zelle, Prof. Barbara John, begleitet die Angehörigen. Bei der Einweihung des Mahnmals im Februar hatte sie gesagt: „Viele Opferfamilien wünschen sich Gedenkorte wie diesen. Ich bin froh über das Symbol.“ Dabei waren damals auch die Brüder von Mehmet Turgut, Mustafa und Yunus.

Beim Besuch am Montag wollen die Hinterbliebenen der Opfer am Mahnmal im Neudierkower Weg Blumen niederlegen. Danach ist ein geführter Stadtrundgang geplant, so das Rathaus. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) gibt ein informelles Mittagessen für die Besucher, bevor zum Abschluss ein Gespräch mit Vertretern der Hansestadt stattfindet, an dem auch Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke) teilnehmen wird.

Die rechte Organisation NSU, die für neun Morde und weitere Anschläge verantwortlich gemacht wird, wurde erst im November 2011 bekannt. So lange lagen auch die Hintergründe des Verbrechens von Rostock im Unklare. Mehmet Turgut starb im Mr. Kebab Grill auf einem Platz in Toitenwinkel. Seinen Tod beschrieb ein Polizist im Münchener Prozess gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe als Hinrichtung. Drei Kugeln hatten ihn in den Kopf getroffen. Auf der Tafel am Mahnmal heißt es: „Im Gedenken an Mehmet Turgut, der hier am 25. Februar 2004 dem menschenverachtenden, rechtsextremistischen Terror einer bundesweiten Mordserie zum Opfer fiel.“