Schifffahrt : Arosa-Flotte rüstet zur Saison

Am Decksplan der „Arosa Flora“  stellt Dirk Sobotka den jüngsten Neubau vor. Fotos:  Reiner Frank
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Am Decksplan der „Arosa Flora“ stellt Dirk Sobotka den jüngsten Neubau vor. Fotos: Reiner Frank

Verjüngungskuren, Flaggenwechsel und Taufe stehen an. Der Nachwuchs wird selbst ausgebildet und das Unternehmen verzeichnet ein Buchungsplus

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05. März 2014, 12:00 Uhr

Die Flotte der Rostocker Arosa Flussschifffahrt GmbH rüstet sich für die neue Saison. Am 18. März beginnen auf Donau, Rhein und Rhône die ersten Törns. Am 5. April startet dann auch die neue „Arosa Flora“ zur Jungfernfahrt auf Rhein, Main und Mosel. Zwei Tage zuvor wird sie in Mainz zünftig getauft. Sie ist das inzwischen elfte Schiff der Flotte und wurde, wie alle anderen Flusskreuzer zuvor, auf der NeptunWerft in Rostock gebaut. Bereits Ende November/Anfang Dezember war das Schiff von Rostock aus Platzgründen über die Zwischenstation Kiel zur Meyer-Werft nach Papenburg überführt worden, wo es überwinterte.

Am 13. März findet hier nun der Flaggenwechsel statt, übernimmt Kapitän Douwe Tilstral das Schiff in die Arosa-Flotte. Danach wird in Delfzjil das Schiff endausgerüstet, also mit dem beweglichen Mobiliar bestückt und mit all dem ausgestattet, was zur Betreuung der Gäste an Bord nötig ist.

Hier kommt auch die Crew an Bord. Jürgen Focke, der Leitende Ingenieur, hat den Neubau schon auf der Werft als Bauaufsicht begleitet. Auch Hoteldirektorin Anett Prinz kennt sich auf dem Schiff bereits bestens aus.

Wie die „Arosa Silva“, auf der sie zuvor tätig war, ist nämlich auch die „Arosa Flora“ ein so genannter Zweieinhalb-Decker. Besondere Markenzeichen des komfortablen Cruisers sind die großzügige Raumaufteilung, die Konzipierung eines durchgängig nutzbaren halben Sonnendecks mit Bestuhlung, Bar und Büfett. Die Anzahl der Kabinen wurde von 89 auf 83 reduziert, dafür die Anzahl der Suiten von sechs auf elf erhöht. Den Gästewünschen folgend gibt es auch zwei Familienkabinen. Insgesamt 183 Passagiere finden auf dem 135 Meter langen und 11,4 Meter breiten Premiumschiff Platz, das dank seiner Bauart auch die Fahrtgebiete Rhein und Donau verbinden kann. Im Dienst der Gäste werden hier übrigens mit Jenny Marx und Jessica Kuiper auch zwei Frauen ihren Bootsmann stehen.

In Linz, Lyon und Köln werden die anderen Schiffe der Flotte saisonklar gemacht, wie Dirk Sobotka, Direktor Strategie und Development, berichtet. Für „Bella“, „Donna“, „Riva“ und „Aqua“ gab es Verjüngungskuren innerhalb der Klassenerneuerung, große technische Wartungen der Hauptmotoren und Hilfsmaschinen erfolgten auch für „Luna“ und „Stella“. Insgesamt 600 Meter Rohrleitungen waren zu erneuern, was vielfach in Eigenleistungen durch die Mannschaften geschah.

Auch der Service Rostocker Unternehmen war gefragt, so beispielsweise in der Motoreninstandhaltung durch die Firma Pap & Sohn oder bei der Umrüstung der Beleuchtung auf warmweißes LED durch die Deckma-Niederlassung. Bis hin zum Austausch von Waschmaschinen, Teppichen, Matratzen und weiterem Interieur sind vielfältige Aufgaben zu erledigen, ehe es wieder „Leinen los!“ zur nächsten Kreuzfahrt heißt – ganz nach dem Motto „Schöne Zeit“, wie das neue Markenversprechen von Arosa lautet. Das umfasse sowohl die Zeit auf dem Schiff als auch die vielfältigen Ausflugsprogramme, verspricht PR-Managerin Christine Cubasch. Man lege weiterhin Wert auf die Erfüllung gehobener Ansprüche – unter anderem durch die Urlaubsmotiv- und Zielgruppenansprache sowie durch einen neuen Tarif mit vielen Inklusivleistungen. „Mit unserer Premium-Alles-inklusive-Strategie haben wir aktuell 30 Prozent Buchungsplus zum Vorjahr“, kann sie berichten. 2013 war allerdings auch Arosa, wie die gesamte Binnenschifffahrt, vom Hochwasser betroffen, mussten deshalb auch Reisen ausfallen. Zu den Saisonvorkehrungen gehört eine Schulungswoche vom 9. bis 14. März in Köln. Bis hin zu Fragen der Sicherheit soll alles gut vorbereitet sein.

Insgesamt 650 Angestellte beschäftigt das Rostocker Unternehmen, das seine Zentrale auf der Holzhalbinsel mit 80 Mitarbeitern hat. Geschäftsführer ist seit Juni vergangenen Jahres Jörg Eichler. Der Binnenschiffer-Nachwuchs wird im Zusammenwirken mit dem Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg auch selbst ausgebildet. Die ersten drei Arosa-Azubis sind derzeit im Schulblock dabei.

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