"Arkona" ist trotz Eis und Schnee einsatzbereit

Hat ständig zu tun: Mario Lange, Zweiter Vormann der „Arkona“, sorgt dafür, dass die Decksmaschinen eisfrei bleiben. Jenny Pfeifer
Hat ständig zu tun: Mario Lange, Zweiter Vormann der „Arkona“, sorgt dafür, dass die Decksmaschinen eisfrei bleiben. Jenny Pfeifer

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27. Januar 2013, 07:05 Uhr

Warnemünde | Ob bei Schnee oder Eis - der Seenotretter "Arkona" muss zu jeder Zeit und Wetterlage einsatzbereit sein. Auch wenn das Rettungsschiff scheinbar ruhig am Anleger vom Alten Strom liegt, hat der Zweite Vormann Mario Lange alle Hände voll zu tun. Den Schnee muss er vom Deck schippen und die Decksmaschinen, darunter die Ankerwinde und die Auslösemechanismen vom Beiboot, eisfrei halten. Auch die obere offene Brücke, die bei Rettungs- und Suchaktionen zum Einsatz kommt, wird gegen Frost gesichert. Darüber hinaus muss auch der Anleger vom Eis befreit werden.

"Nicht nur, dass das Schiff einsatzklar bleiben muss. Das Eis darf auch nicht zur Gefahr für die Besatzung werden", sagt Lange. Die besteht aus zwei Nautikern und zwei Technikern. 14 Tage schieben die vier Seemänner Dienst auf der "Arkona", dann dürfen sie 14 Tage nach Hause.

"Zurzeit haben wir sehr wenig Einsätze zu fahren, da kaum Sport- und Freizeitschiffe unterwegs sind", so der Zweite Vormann. Von April bis September ist die kritische Zeit, bei der es vermehrt zu Seenotfällen kommt. Ebenfalls Hilfe leistet die "Arkona" bei Krankentransporten. Haben durchreisende Frachter ein krankes oder verletztes Besatzungsmitglied an Bord, das dringend ärztliche Betreuung benötigt, bringen die Männer der "Arkona" es schnell an Land und übergeben es dort dem Rettungsdienst.

Wenn es zu so einem Notfall kommt, ist Mario Langes volle Konzentration gefragt. Sein letzter Einsatz war am 9. Januar. In Heiligendamm habe ein Mann ein weißes Licht auf der Ostsee entdeckt und das sofort der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitgeteilt. "Wir haben diese Entdeckung natürlich ernst genommen und sind sofort hingefahren", sagt Lange. Zum Glück habe es sich dabei aber wahrscheinlich nur um eine Spiegelung auf der Wasseroberfläche gehandelt. "Wir haben nichts gefunden", sagt er. Solche Fälle sind den erfahrenen Besatzungsmitgliedern lieber als Einsätze, bei denen Menschen tatsächlich in Lebensgefahr sind.

So lange die "Arkona" friedlich im Warnemünder Alten Strom liegt, kümmern sich die vier Besatzungsmitglieder darum, dass die Maschine und die nautischen Geräte in einem einwandfreien Zustand bleiben. Auch die kleine Werkstatt am Anleger wird ständig auf den neuesten Stand gebracht. "Dort haben wir unser Rettungsmittel- und Proviantlager und einen kleinen Behandlungsraum", sagt der Zweite Vormann.

Und solange über die Funkfrequenzen keine Notfälle zu hören sind, hat die Besatzung der "Arkona" Zeit, die freiwilligen Helfer auszubilden. "Wir machen mit ihnen Kontrollfahrten und proben inszenierte Suchaktionen", so Lange. Auch das Beiboot wird dann getestet. Außerdem bietet die DGzRS sonnabends Führungen auf dem Seenotretter an.

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