Arena geht an Tochterfirma der Ospa

Zuschlag erteilt: Der Sportbetrieb in der Scandlines Arena soll auch nach dem Verkauf weiterlaufen. Georg Scharnweber
Zuschlag erteilt: Der Sportbetrieb in der Scandlines Arena soll auch nach dem Verkauf weiterlaufen. Georg Scharnweber

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29. Dezember 2010, 06:49 Uhr

Rostock | Der Verkauf der Scandlines Arena ist perfekt, der Polizeisportverein (PSV) Rostock gerettet. Die rund 155 Gläubiger haben gestern in einer halbstündigen Versammlung dem Insolvenzplan sowie dem Kaufvertrag zugestimmt - die überwiegende Mehrzahl von ihnen jedoch schriftlich. Nur neun Vertreter der Kreditgeber waren persönlich im Amtsgericht der Hansestadt anwesend. "Ich bin selig, wenn das alles erledigt ist und der Verein noch existiert", sagte Insolvenzverwalter Jens Dohse. Wenn alles gut läuft, wird das Verfahren des PSV im März oder April aufgehoben.

Neuer Besitzer der Sportstätte wird die Ostsee SportService GmbH, die eine Tochtergesellschaft der Ostseesparkassen Immobilien GmbH ist. Sie wurde vor etwa sechs Monaten als reine Zweckgesellschaft für den Erwerb gegründet. Der Geschäftsführer beider Unternehmen, Alfred Kreis, wird wie geplant Andreas Häse als Betreiber der Arena in der Tschaikowskistraße einsetzen. Ihm gehören auch die Firmen IC Marketing und Nordstar GmbH. "Ich hatte auch da rüber nachgedacht, dem PSV selbst diese Aufgabe zu übertragen. Aber wir sind uns einig geworden, dass es mit einer unabhängigen Gesellschaft besser zu realisieren ist", sagt Kreis. Der Verein könne die Scand lines Arena aber weiterhin nutzen wie bisher.

100 000 Euro werden auf die Gläubiger verteilt

Vertraglich hat man sich jedoch lediglich auf sieben Jahre geeinigt, in denen die Sportstätte auch als solche zu nutzen ist. Kreis sei allerdings auch langfristig daran interessiert, die Arena für den Rostocker Breitensport aufrechtzuerhalten. "Baurechtlich", weiß Jens Dohse, "ist die Halle sowieso nur als Sportstätte zugelassen."

Aus deren Verkauf für 1,2 Millionen Euro werden etwa 100 000 Euro auf die Gläubiger verteilt. Auf den Rest der Insolvenzmasse von 13 Millionen Euro verzichten die Großgläubiger, zu denen die Deutsche Kreditbank, die kommunale Wohnungsgesellschaft Wiro und die Rostocker Stadtwerke gehören. "Sonst wäre das auch nicht gegangen. Es hat keine einzelne Person einen Vorteil, nur die 2600 Mitglieder des PSV", sagt der Insolvenzverwalter. Er hofft jetzt, dass keiner der Gläubiger Rechtsmittel einlegt, was eine weitere Verzögerung der Abwicklung bedeuten würde. Läuft alles nach Plan, wird der PSV im Frühjahr zu einer Mitgliederversammlung zusammenkommen, um über eine neue Satzung abzustimmen.

Dohse: "Damit der Verein nicht solange führungslos ist will ich den Tag der Aufhebung auf den Tag der Versammlung legen. Denn ich bin ja sozusagen schon seit fünf Jahren der Chef." Für die einzige Stimmenthaltung bei der gestrigen Gläubigerversammlung sorgte Stephan Beilke. Der geschäftsführende Gesellschafter des Sportcenters Schwanenteich hatte vor Monaten selbst ein Kaufangebot für die Scandlines Arena vorgelegt, das allerdings aufgrund der Finanzierung keine Berücksichtigung fand.

"Ich bin enttäuscht über das gesamte Verfahren", gab der PSV-Ringer schließlich zu Protokoll. "Ich wollte dem Verein 1000 Stunden zur Verfügung stellen. Jetzt wird man sehen, was für den Sport noch übrigbleibt." Er befürchtet, dass die Scandlines Arena früher oder später zu einer Veranstaltungshalle wird.

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