Jubilar : Archivar der Rostocker Geschichte

Heute feiert Gerhard Weber seinen 65. Geburtstag. Beim Rostocker Verlag Hinstorff veröffentlichte er in den vergangenen Jahren mehrere Bücher – unter anderem seinen Bildband mit Rostocker Fotografien.
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Heute feiert Gerhard Weber seinen 65. Geburtstag. Beim Rostocker Verlag Hinstorff veröffentlichte er in den vergangenen Jahren mehrere Bücher – unter anderem seinen Bildband mit Rostocker Fotografien.

NNN-Autor und Fotograf Gerhard Weber feiert heute seinen 65. Geburtstag und ermöglicht mit seiner Tätigkeit das Abtauchen in die Historie

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17. Dezember 2013, 01:00 Uhr

„Der Mann mit der Kamera ist immer in Aktion. Täglich ist er in der Rostocker Innenstadt unterwegs, meist zu Fuß, oft mit dem Fahrrad.“ Diese Zeilen über Gerhard Weber schrieb ich vor 20 Jahren. Damals war der bekannte Fotograf 45 Jahre alt. Heute wird Gerhard Weber 65.

Äußerlich hat sich der Jubilar kaum verändert. Auch heute ist er wie immer mit dem Fahrrad unterwegs und gehört zum Stadtbild von Rostock wie einst der NNN-Reporter Peter-Erik Kobermann. Die vergangenen zwei Jahrzehnte waren aber im Leben von Gerhard Weber die erfolgreichsten. 1994 wurde er mit dem Kulturpreis von Rostock geehrt. Im Hinstorff-Verlag erschienen mehrere Bücher von ihm. Weber war mehrmals in Rom. Dort entstanden neben vielen Einzelbildern auch thematische Zyklen. Ausstellungen in Lübeck, Leipzig und Berlin sind Zeugnisse des erfolgreichen Schaffens von Gerhard Weber als Fotograf.

Gerhard Weber wurde am 17. Dezember 1948 in Rostock geboren. Sein Vater war Maschinenbauer und medizinischer Feinmechaniker, die Mutter Angestellte. Als Kind zog es den kleinen „Gerd“ fast jeden Tag zur Großmutter, die einst in der Steinstraße im eigenen Geschäft Brüsseler Spitzen verkaufte. Großmutter Gertrud liebte Musik, fotografierte. Ihr ist es wohl zu verdanken, dass Enkel Gerhard seine künstlerische Ader entdeckte und entwickeln konnte. Vom Vater hat Gerhard Weber, der zunächst Zahntechniker lernte und 15 Jahre in diesem Beruf tätig war, das handwerkliche Geschick. Mit elf Jahren erhielt der Jubilar seine erste Kamera. Seit dieser Zeit ließ ihn das Fotografieren nicht mehr los. Auch das Malen betrachtet Weber heute nur als Zwischenstufe seiner künstlerischen Entwicklung. Er war 1961 Schüler in Waldemar Krämers Mal- und Zeichenklasse am Rostocker Konservatorium und wurde auch von den Rostocker Malern Johannes Müller und Jürgen Weber gefördert. 1982 vernichtete Gerhard Weber alle eigenen Malversuche und widmete sich fortan nur noch der Fotografie.

Es sind die Menschen, die immer wieder im Mittelpunkt seines Schaffens stehen. „Ich gehe durch die Straßen, schaue und versuche im Bild etwas festzuhalten“, beschreibt Gerhard Weber seine Arbeitsweise. Ein Ergebnis war im Juni 1995 zum 777. Jubiläum seiner Heimatstadt in der Marienkirche eine Ausstellung zum Thema „Menschenbilder aus Rostock“.

Gerhard Weber begann schon 1963 mit dem Aufbau eines Fotoarchivs. Heute gehört die private Fotosammlung zu den umfangreichsten in ganz Rostock. „Die Arbeit ist sehr aufwändig, bringt aber immer wieder viel Freude“, sagt der Fotograf. Und er gibt diese Freude weiter an viele Rostocker, unter anderem durch die beliebte NNN-Serie „Historische Ansichten von Rostock“, die er gemeinsam mit den Archivaren Dr. Karsten Schröder und Hans-Werner Bohl gestaltet.

Gerhard Weber ist Fotograf aus Berufung. „Ich fotografiere, weil ich es machen muss.“ Er bildet mit seinen Arbeiten die Umwelt nicht nur ab. Seine Bilder erwachsen aus der Erkenntnis der Zusammenhänge. Sie sind vordergründig problematisch. Sie sind Dokumente der Zeit.

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