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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 19:33 Uhr

Hafen : Arbeitsplatz in 35 Metern Höhe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Portalkräne im Überseehafen verdoppeln die Umschlagskapazitäten im kombinierten Ladungsverkehr

von
erstellt am 22.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Seehafen Schon von Weitem sind die gigantischen blauen Stahlkolosse   zu sehen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Rostocker Hafens in Zukunft sichern sollen. Denn mit den beiden neuen Portalkränen im Terminal für den kombinierten Verkehr  verdoppelt sich die Umschlagkapazität  nahezu.

 Für Kranfahrer Gunter Heinrich war es gestern ein ganz besonderer Tag. Der 61-Jährige  stieg zum ersten Mal in das Führerhäuschen  in fast 35 Metern Höhe empor und setzte  die hochmoderne Technik in Bewegung. „Ich habe schon 1984 meinen Kranführerschein gemacht, bin aber in den letzten Jahren im Stahlwerk gefahren“, sagt Heinrich. Seit 1968 arbeitet er im Überseehafen und hofft nun, dass er seine letzten Arbeitsjahre bis zur Rente  in luftigen Höhen verbringen kann. Dass er nun noch einmal die Möglichkeit bekommt, mit  so hochmoderner Technik zu arbeiten, freut ihn besonders.

Die beiden kurventauglichen Kräne sind jeweils 35 Meter hoch und haben eine Spannweite von 76,5 Metern. In Zukunft bedienen die je  500 Tonnen schweren Stahlkolosse fünf Gleise. Gudrun Schümann betreibt als Geschäftsführerin von Trimodal das Terminal für den kombinierten Verkehr und erklärt die Vorteile des Standortes Rostock: „Die Züge haben hier eine sehr kurze Verweildauer.“ Zwischen 0 und 1 Uhr morgens beginne die Arbeit. Spätestens um 11 Uhr würden die Züge den Hafen dann schon wieder verlassen können.

 Die neuen Portalkräne lösen die mobile Umschlagtechnologie mit so genannten Reachstackern ab.  „Damit bleiben wir auch in Zukunft wettbewerbsfähig“, sagt der Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft  (Hero), Dr. Ulrich Bauermeister. Die Bedeutung des kombinierten Verkehrs  werde in Zukunft noch wachsen, so der Hero-Chef. Deshalb investiere der Hafen seit Mai 2012 in den Umbau des Terminals, das sich auf einer Gesamtfläche von etwa 70 000 Quadratmetern erstreckt. In den vergangenen zwei Jahren wurden zwei Rampen und zwei Gleise zurückgebaut, ein rechnergestütztes Stellplatzverwaltungssystem  eingerichtet und neue Gleise verlegt beziehungsweise verlängert. All das dient der Effizienzsteigerung und letztlich der Wettbewerbsfähigkeit des Rostocker Hafens. Insgesamt wurden 17 Millionen Euro  in das Projekt investiert.  70 Prozent der Kosten trägt das Eisenbahnbundesamt, weitere 3,3 Millionen Euro  schießt die Europäische Kommission zu. Den Rest trägt die Hero. „Die erheblichen Fördermittel sind berechtigt, denn nicht nur der Hafen profitiert davon, sondern die ganze Region“, sagt Bauermeister.

Nach Ende der Bauarbeiten stehen nun insgesamt fünf Gleise für den Umschlag zur Verfügung. Auf dem Terminal sind jede Woche 35 Kombi-Verkehrszüge von und nach Verona, Hamburg, Karlsruhe, Brno, Novara, Domodossola  und Wels unterwegs. Die Anzahl der umgeschlagenen Trailer-Einheiten erhöhte sich von 64 255 im Jahr 2012 auf 64 851 im vergangenen Jahr. Die   Umschlagskapazität liegt jetzt bei maximal 140 000 Einheiten im Jahr. „Vielleicht müssen wir in ein paar Jahren ja noch mal nachrüsten“, sagt Bernd Flaskamp, Geschäftsführer von Kocks Krane. Das Unternehmen war  für die Errichtung der  Kräne zuständig. Dana Bethkenhagen

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