Werftarbeiter im Warnstreik : Arbeitgeber unter Druck

Für die Mitarbeiter bei den MV Werften, Karsten Grünwald, Ronny Wilhelms, Andreas Löwenhagen und Sebastian Peters, ist es der erste Warnstreik. Sie fordern flexiblere Arbeitszeiten und eine Angleichung der Löhne.  Fotos: anja engel
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Für die Mitarbeiter bei den MV Werften, Karsten Grünwald, Ronny Wilhelms, Andreas Löwenhagen und Sebastian Peters, ist es der erste Warnstreik. Sie fordern flexiblere Arbeitszeiten und eine Angleichung der Löhne. Fotos: anja engel

Rund 400 Beschäftigte der Metallindustrie fordern Verhandlungen über mehr Geld, bessere Tarifverträge und Ausgleichszahlungen

svz.de von
11. Januar 2018, 21:00 Uhr

Bei Regen und frostigen 2 Grad haben sich gestern Mittag etwa 400 Beschäftigte der Neptun-Werft, MV Werften und Caterpillar vor dem Gelände des Motorenherstelllers zu einem Warnstreik zusammengefunden. Damit weitete die IG Metall Küste ihren Arbeitskampf von Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf Mecklenburg-Vorpommern aus. „Wir sprechen damit eine deutliche Warnung an die Arbeitgeber aus. Mit den bisherigen Vorschlägen des Arbeitgeberverbandes wie zwei Prozent mehr Entgelt für 15 Monate und eine Rückkehr zu einer 40-Stunden-Woche gehen wir nicht mit“, erklärt Stefan Schad von der IG Metall Rostock.

Eine Woche vor der dritten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der Branche in Norddeutschland machten diese ihre Forderungen noch mal deutlich. Die Gewerkschaft fordert für die 140 000 betroffenen Arbeitnehmer im Norden sechs Prozent mehr Geld für zwölf Monate, einen Anspruch auf zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit bis auf 28 Stunden zum Teil mit Lohnausgleich sowie eine Angleichung der Schichtzuschüsse zwischen Ost und West. „Wir fühlen uns hier im Osten benachteiligt. 28 Jahre nach dem Mauerfall ist es traurig, noch immer darüber verhandeln zu müssen“, sagt Thomas Behrens, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Neptun-Werft. Auch Hajo Rüting streikte gemeinsam mit seinen Kollegen für eine bessere Entlohnung. „Ich bin seit fünf Jahren bei der Neptun-Werft und habe schon an den letzten Warnstreiks teilgenommen. Ich finde es sehr wichtig, unsere Forderungen auf diesem Wege zu verteidigen“, so der Rostocker.

Die Arbeitgeber reagierten bereits am Dienstag auf die angekündigten Warnstreiks und erklärten, sie wollten sich nicht auf die Arbeitszeit-Forderungen der IG Metall einlassen. Sie drohten sogar mit rechtlichen Schritten. Aus ihrer Sicht sind die Forderungen und damit auch die Warnstreiks rechtswidrig.

Inwieweit die Arbeitsniederlegungen Wirkung gezeigt haben, wird sich kommenden Donnerstag zeigen. Dann kommen der Arbeitgeberverband Nordmetall und die IG Metall Küste in Bremen für weitere Verhandlungen an einen Tisch. „Wir hoffen zwar, dass uns bessere Vorschläge unterbreitet werden aber ich rechne eher mit der Notwendigkeit weiterer Warnstreiks. Vielleicht noch in diesem Monat“, so Schad.

Insgesamt legten 10 800 Beschäftigte aus 40 Betrieben in ganz Norddeutschland ihre Arbeit nieder. Für heute sind in Rostock weitere Warnstreiks bei Liebherr im Überseehafen angekündigt.

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