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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 03:16 Uhr

Arbeit der Stadtteilzentren auf dem Prüfstand

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2013 | 08:08 Uhr

Rostock | Sie bieten Computerkurse und Nähkurse an, laden Senioren zum Tanztee und Jugendliche zum Hip-Hop ein, sie veranstalten Kinder- und Stadtteilfeste oder decken den Frühstückstisch für ein Treffen der Menschen aus ihrer Nachbarschaft. Kurz: Die neun Stadtteil- und Begegnungszentren (SBZ) sind wichtige Anlaufpunkte für Rostocker und prägen das Leben in ihren Quartieren entscheidend mit.

Wie effizient und erfolgreich die einzelnen Zentren bei ihrer Arbeit sind, will die Rostocker CDU jetzt überprüfen lassen. Für die nächste Sitzung der Bürgerschaft hat sie einen Antrag vorgelegt, der eine Evaluierung jedes einzelnen SBZ bis zum November in Auftrag geben soll. Untersucht werden sollen dabei unter anderem die Ziele, Aufgaben und Leit-Standards der Arbeit, die Besucherzahlen bei den einzelnen Angeboten, die Altersstruktur der Besucher sowie die Zusammensetzung der Sozial-, Betriebs- und Sachkosten. Die Ergebnisse der Analyse könnten Auswirkungen auf die zukünftige Finanzierung der Stadtteilzentren haben.

Der CDU-Vorstoß ist nicht unumstritten. Zwar begrüßen auch die Stadtteil- und Begegnungszentren selbst, dass ihre Arbeit in regelmäßigen Abständen bewertet wird. Aber sie haben erhebliche Zweifel an der Art und Weise, wie das laut CDU-Vorschlag gemacht werden soll. "Es darf nicht ums reine Köpfezählen gehen", sagte Steffen Ohm vom SBZ Dierkow bei der Diskussion im Jugendhilfeausschuss. "Soziale Arbeit an sich ist schwer messbar. Aus meiner Sicht kommt es darauf an, Strukturen und Prozesse zu untersuchen."

Auch Dagmar Dinse, Leiterin des SBZ Südstadt/Biestow, betont: "Es ist kein Problem, die Häuser voll zu kriegen. Die Frage ist doch, ob wir diejenigen erreichen, die wir mit unserer Arbeit erreichen wollen." Und die Zielgruppen seien von Stadtteil zu Stadtteil unterschiedlich. "Es ist ein Grundprinzip der Arbeit in den SBZs, dass sie sich auf die jeweiligen Bedürfnisse in ihrem Einzugsgebiet einstellen", erläutert Ohm.

Wie erfolgreich die SBZs dabei sind, wollen sie selbst in Erfahrung bringen. Sie haben deshalb bereits vor anderthalb Jahren damit begonnen, selbst ein Instrument zur Evaluierung zu entwerfen. "Der Arbeitskreis der SBZ-Leiter hat gemeinsam mit der Verwaltung überlegt, welche Methode am besten geeignet ist", sagt Ohm. Der Entwurf eines inhaltlichen Fragebogens soll in der kommenden Woche im Unterausschuss Jugendhilfeplanung beraten werden. Die SBZ-Leiter wünschen sich, dass die Stadtverwaltung im Analyse-Prozess die Federführung übernimmt. Allerdings hat die zuständige Senatorin Dr. Liane Melzer (SPD) im Jugendhilfeausschuss bereits darauf hingewiesen, dass sie in ihrem Bereich kaum Kapazität dafür sieht. Sie will deshalb die Frist für die Bewertungsergebnisse auf Anfang 2014 verschieben und die Bürgerschaft um Honorarmittel für eine Auftragsvergabe bitten.

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