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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 13:58 Uhr

Kita Rostock : Arabisch in der Kita?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Diplompädagoge Daniel Holz leitet die Rappelkiste in Rostock. Neben Englisch und Französisch erwägt er, Arabisch anzubieten.

Es ist ein Mann, der die Leitung der Awo Kindertagesstätte Rappelkiste übernimmt. Sein Name: Daniel Holz. Seit Beginn dieses Jahres hält er das Ruder in der Hand. „Ich muss mich aber noch zurechtfinden“, sagt der neue Leiter. Alle 300 Kinder, die von Montag bis Freitag von 36 Erziehern betreut werden, kenne er noch nicht beim Namen. Im Moment sei er dabei, die Spezifika des Hauses mitsamt Ablauf und Struktur, wie die Kommunikation, kennenzulernen. „Ich fühlte mich von meinen Kollegen jedoch sehr gut angenommen und unterstützt.“

An dem Schreibtisch, an dem er sitzt, hatte zuvor 20 Jahre lang Kita-Leiterin Petra Otto gearbeitet. Am 31. Dezember ging sie in den Ruhestand. Seit dem 1. Januar hat Holz nun eben diesen Schreibtisch und ihre Aufgaben übernommen. „Ich trete ein großes Erbe an“, gesteht er. Denn Otto hatte sich unter anderem für die Komplettsanierung der Kita engagiert, wie zu ihrer Verabschiedung hervorgehoben wurde.

Der neue Leiter der Kita Rappelkiste bewertet den Antritt der Stelle als richtige Entscheidung. „Ich hatte das Gefühl, im Berufsleben etwas verändern zu müssen“, erklärt Holz. Daraufhin habe er sich auf die Stelle beworben. Vorher habe er über zehn Jahre im Jugendhilfeverbund der Awo gearbeitet. Der gebürtige Rostocker studierte Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik. Für die Leitungsaufgaben habe er dann Zusatzqualifikationen erworben.

Privat lese er gerne Sachbücher, da die Arbeit mit Kindern eine Leidenschaft sei. „In meiner Freizeit lese ich außerdem spannende Romane, die mich aus dem Alltag reißen. Etwas Zerstreuung muss auch mal sein“, so Holz. Zudem sei er begeisterter Kampfsportler. „Früher habe ich selbst Kinder unterrichtet“, erzählt der Kita-Leiter.

Pläne für seine Zeit in der Leitung hat er bereits jetzt, auch wenn die meisten noch Ideen wären. „Ich würde gerne die Musikpädagogik ankurbeln“, so Holz.

Die Kita Rappelkiste, in der sich Krippe, Kindergarten und Hort unter einem Dach befinden, ist bekannt für ihre Zweisprachigkeit. Die Eltern können sich zwischen Englisch und Französisch entscheiden und ihre Kinder in entsprechende Gruppen mit Muttersprachlern geben. Dort werden die Kinder in der jeweiligen Sprache betreut. „Das ist das Immersionsprinzip: Die Kinder lernen keine Vokabeln, sondern werden wie im Alltag angesprochen – nur eben auf einer fremden Sprache.“ Das Konzept funktioniere sehr gut.

Wegen des Erfolges des Immersionsprinzips überlege Holz, ob eine Erweiterung auf drei Sprachen machbar wäre. Möglicherweise Arabisch. „Vor allem vor dem Hintergrund der kommenden Integration von Flüchtlingen wäre das vielleicht eine Chance“, meint der Kita-Leiter. Er sei überzeugt: Mit der Integration in den nächsten Jahren ginge die Pflicht einher, allen Kindern kulturelle Vielfalt beizubringen. „Ich möchte in den Kindern das Verständnis für fremde Kulturen wecken. Sie sind da noch sehr offen und diese Offenheit sollte gewahrt werden.“ In dem Alter gäbe es noch keine Stigmatisierung. „Die Erfahrungen, die ein Kind für das Leben am meisten prägen und seinen späteren Charakter maßgeblich beeinflussen, werden in den ersten sechs bis zehn Jahren gemacht. Daraus ergibt sich für die Kollegen und mich eine sehr wichtige Verantwortung“, so Holz. Er sei davon überzeugt, dass die kulturellen Unterschiede eine Bereicherung für das Leben darstellen.

Der wichtigste Punkt seiner Arbeit sei jedoch, dass die Kinder lernen, Kritik angemessen zu äußern. „Viele Menschen haben entweder nie gelernt, Kritik zu äußern, oder es vergessen. Sie bringen sie nicht mehr an, sondern fressen alles in sich hinein. Ich möchte den Kindern beibringen, dass im Leben auch Konflikte auf einen zukommen und diesen auch begegnet werden kann.“ Holz’ Philosophie: „Menschen, Kinder und Rechte achten“.

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