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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. August 2017 | 10:33 Uhr

Rostock : Applaus für die Sonderlinge

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Volles Haus bei „Rico, Oskar und die Tieferschatten“. Kleine Zuschauer fiebern gespannt mit

Rico ist ein tiefbegabtes Kind. Wissen saugt er auf, aber es fällt aus seinem Kopf einfach immer wieder raus. Deswegen schreibt er sich alles Neue in einen kleinen Block, den er um den Hals trägt. Der aufgeweckte Sonderling hat gestern Vormittag in dem ausverkauften Ateliertheater bei den Kindern für Spannung und viele Lacher gesorgt.

In dem Stück „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ begibt sich der gedankenverlorene Kreuzberger Jung, gespielt von Cornelia Wöß, in einem Mehrfamilienhaus auf Spurensuche. Dort vermisst der von Nachbar Fitzke (Ulf Perthel) betitelte „Schwachkopf“ seinen ebenso sonderlichen Freund Oskar (Till Demuth), den er erst kurz zuvor kennengelernt hat. Die beiden spezial-begabten Kinder ergänzen sich wunderbar. Was Rico an Einfältigkeit mitbringt, gleicht der hochintelligente Oskar wieder aus. Umgekehrt ist es mit Mut und Neugier. Davon hat Rico viel zu viel, während der unsichere Oskar lieber mit Schutzhelm samt Visier durch die Gegend läuft, aus Angst, ihm könne etwas auf den Kopf fallen. Das einzige, wovor Rico sich wirklich fürchtet, sind die Tieferschatten, die er im Hinterhaus beobachtet. Die beiden Außenseiter werden zu einem unschlagbaren Team, bis sie sich urplötzlich aus den Augen verlieren. Oskar taucht bei einer Verabredung nicht auf. Seine Mutter (Sandra-Uma Schmitz), die sich von dem jungen Publikum dabei beobachten lässt, wie sie in ihrem schrillen Outfit ihre Brüste richtet und sich die Pickel im Gesicht ausdrückt, sorgt für große Lacher, kann ihren Sprössling aber vor der Langeweile nicht retten.

Erst als Rico ein kleines Flugzeug als Anstecknadel, die Oskar bei sich trug, im Hof findet, wird er hellhörig. Er befürchtet, dass sein neuer Freund von dem gefürchteten Mister 2000 entführt wurde. Einem Kidnapper, der die Kinder erst wieder frei lässt, wenn deren Eltern ihm 2000 Euro bezahlt haben.

Der kleine Detektiv kommt Mister 2000 immer weiter auf die Spur und ahnt ihn unlängst in seiner Nähe. Verbirgt er sich wohl hinter dem neuen Nachbarn Simon Westbühl (Ulrich K. Müller), der seiner Mutter schöne Augen macht, oder in dem schrullig-dubiosen Nachbarn Marrak (ebenfalls Ulf Perthel), der säckeweise Wäsche durch das Treppenhaus schleppt? Und was haben eigentlich die Tieferschatten mit der Entführung zu tun?

Nächste Vorstellung: 27. November, 11 Uhr, Ateliertheater, Doberaner Straße 134/135

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