zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 03:29 Uhr

Rostock : Apotheke der Zukunft öffnet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Steril und sicher: Nach Umbau nimmt Klinikum Süd 1,2 Millionen Euro teures Reinraumlabor wieder in Betrieb

Um den gestiegenen Standards in Sachen Hygiene und Sicherheit weiterhin gerecht zu werden, hat das Klinikum Südstadt seine hauseigene Apotheke umgebaut und erweitert. Nach Abschluss der Arbeiten kann das 20-köpfige Team das so genannte Reinraumlabor in den nächsten Tagen wieder voll nutzen. „Wir verfügen jetzt über eines der modernsten Labore in MV und sind damit gut für die Zukunft aufgestellt“, sagt Verwaltungsdirektor Steffen Vollrath, der seit etwa sechs Wochen das Klinikum leitet.

15 000 bis 20 000 Zytostatika für krebskranke Patienten und um die 3000 Beutel Ernährungslösung für Neugeborene werden pro Jahr in der Klinik-Apotheke hergestellt – unter der Einhaltung höchster Sicherheitsstandards. „Wir liefern die gleiche Qualität wie Hersteller von Mitteln, die drei Monate lang halten müssen, obwohl unsere Medikamente meist innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden“, sagt Chef-Apotheker Hartmut Eggers.

Um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen, passieren die Mitarbeiter mehrere Sicherheitsschleusen und tauschen ihre normale Arbeitsbekleidung wie Kittel oder Kasacks gegen sterile Schutzanzüge aus. Denn im Labor muss alles nahezu keimfrei sein. „In diesen Räumen befinden sich gerade einmal 500 Partikel pro Kubikmeter, unter den Boxen sogar nur ein bis zwei“, sagt Eggers. Zum Vergleich: In normalen Räumen tummeln sich etwa 3,2 Millionen Partikel pro Kubikmeter.

In den Sicherheitswerkbänken – den „Boxen“, wie sie die Apotheker nennen – werden die Ampullen und Spritzen auf die Patienten abgestimmt befüllt. Die Rezepte bekommen die Mitarbeiter direkt von den Stationen auf einen Computer-Monitor geliefert – Papier wäre zu stark partikelbelastet und nicht steril genug. Nur wenige Stunden später landen die Medikamente dann bereits bei den Patienten.

Für optimale Bedingungen in den Laborräumen sorgt ein intelligentes, modernes Überwachungssystem. Das misst Luftfeuchtigkeit, -temperatur und -druck. „Ideal sind etwa 20 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von weniger als 60 Prozent“, erklärt Chef-Apotheker Eggers. Sobald die Werte überschritten oder zu viele Partikel in der Luft gemessen werden, schlägt das System Alarm. Durch Unterdruck werden die Räume wieder steril gemacht.

Insgesamt 1,2 Millionen Euro haben die Umbaumaßnahmen an Klinik-Apotheke und Reinraumlabor gekostet. 700 000 Euro davon sind Fördergelder des Landes, den Rest haben Klinikum und Hansestadt als Träger selbst investiert. Dies ermögliche laut Finanzsenator Chris Müller (SPD) die gute wirtschaftliche Situation des Krankenhauses. Kleinere Häuser würden es schwerer haben, sich gemäß der steigenden Standards zu rüsten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen