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24. November 2017 | 03:09 Uhr

Anwohner wehren sich gegen Pläne der Tierklinik

vom

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erstellt am 03.Feb.2012 | 10:22 Uhr

Gartenstadt | Die Eigenheimbesitzer vom Wohnpark Tannenweg sind besorgt. Gegen Hunde haben sie eigentlich nichts. Schließlich haben viele der Anwohner selbst treue Vierbeiner. Doch nun gibt es Überlegungen, die Tierklinik mit Tierheim von der Thierfelderstraße in die Eigenheimsiedlung zu verlegen. Und das geht den Anwohnern dann doch zu weit. Das Bellen der vielen Hunde, eventuell entstehende Gerüche - die Häuslebauer sehen die Ruhe in ihrem Wohngebiet gefährdet.

Nun haben sie eine Interessengemeinschaft gegründet. Bereits 280 Unterschriften gegen eine Ansiedlung von Tierheim und -klinik sind gesammelt. Im Ortsbeirat überreichte der Sprecher der Initiative, Horst Greinert, dem Vorsitzenden Thomas Asendorf (FDP) die umfangreiche Liste. "Wir Anwohner vom Wohnpark Tannenweg wollen keine Änderung des B-Plans, und wir werden alle Mittel und Wege nutzen, das zu dokumentieren", so Greinert. "Ich würde ein solches Vorhaben in keinem Wohngebiet haben wollen", unterstreicht er.

Noch sei gar nichts entschieden, betont Monika Fritsche, Leiterin der Abteilung Bebauungsplanung und Bauvorhaben im Amt für Stadtplanung. Sie war zur Ortsbeiratssitzung gekommen, um die verunsicherten Anwohner zu informieren, obwohl es dafür nach Ansicht der Stadtmitarbeiterin noch zu früh sei. Für eine Ansiedlung des Tierheims sei eine Änderung des Bebauungsplans nötig. In diesen langen Prozess würden dann auch die Bürger einbezogen. Aber noch sei nichts spruchreif. Fritsche berichtete, dass eine Fläche im Wohnpark Tannenweg untersucht wird, die derzeit als Parkplatz genutzt wird. "Aber parallel dazu prüfen wir zirka fünf andere Standorte", so die Abteilungsleiterin. Dabei sei die Zoonähe wichtig. Welche Flächen das genau sind, verriet Fritsche nicht.

Nach Angaben der Stadtplanerin strebt Dr. Jens-Christian Rudnik, Leiter der Tierklinik, einen Neubau an, weil das derzeit genutzte Objekt stark sanierungsbedürftig ist. Warum der Veterinär nicht am bisherigen Standort bauen oder sanieren will, konnte Fritsche nicht verbindlich beantworten. Nur so viel bestätigte sie: Es gibt bereits ein vom Investor in Auftrag gegebenes Emissions-Gutachten für den Standort am Tannenweg. Rudnik selbst wollte sich gestern nicht zum Sachverhalt äußern.

Die Anwohner wollen hartnäckig bleiben. "Wir möchten, dass der Charakter des Wohngebiets erhalten bleibt", sagt Greinert. Schließlich sei ihnen beim Kauf der Grundstücke das Areal als allgemeines Wohngebiet präsentiert worden. Dies nun zu ändern und den Grundbesitz der Bewohner nach relativ kurzer Zeit einem Wertverlust preiszugeben, lehnen Greinert und seine 280 Mitstreiter ab.

Mittlerweile hat die Interessengemeinschaft eine Art Schlachtplan entwickelt. An den Landesbürgerbeauftragten haben sie sich bereits gewendet. Das Umwelt- und Forstamt sollen unter anderem noch mit ins Boot geholt werden. Den Ortsbeirat Gartenstadt baten die Tannenweg-Anwohner, sich an den Oberbürgermeister zu wenden und eine Einwohnerversammlung anzuregen.

Dem kamen der Beiratsvorsitzende Thomas Asendorf und die anderen Mitglieder nach und beendeten die Anhörung der Anwohnerinteressen nach rund anderthalbstündiger Debatte.

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