Hansaviertel : Anwohner kämpfen um ihre Parkplätze

Anwohner Ralf Senkel will, dass die Beeinträchtigung der Bäume nachgewiesen wird.
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Anwohner Ralf Senkel will, dass die Beeinträchtigung der Bäume nachgewiesen wird.

Naturschutz und Autos: Lässt sich beides vereinen? Der Ortsbeirat ist auf der Suche nach einer Kompromiss-Lösung

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18. Juli 2014, 14:00 Uhr

Die Anwohner sind aufgebracht: „Wir wollen nicht, dass Parkplätze wegfallen“, sagt Ralf Senkel. Der Rostocker will bei ihn betreffenden städtischen Entscheidungen mitreden. Deshalb war er am Dienstag bei der gut besuchten Ortsbeiratssitzung Hansaviertel im Club der Volkssolidarität dabei. „In meinem Briefkasten war ein Flyer mit dem Aufruf, den Termin wahrzunehmen“, sagt der 48-Jährige.

Stefan Patzer, Sachgebietsleiter Planung beim Amt für Stadtgrün, geht es um das Wohl der Natur: „Wir müssen dem Schutz verfassungsrechtlich und gesetzlich geschützter Alleen gerecht werden.“ In den vergangenen 25 Jahren sei das Parken unter den Bäumen geduldet worden, verkehrsrechtlich sei es jedoch nicht zulässig. Außerdem bräuchten die Bäume Raum und Licht: „Die Wurzelausdehnung entwickelt sich proportional zur Krone“, sagt Patzer.

Seine Schutzmaßnahme gegen das Parken unter den Alleebäumen in der Hans-Sachs-Allee sieht Erhalt und Pflege des zweireihigen Baumbestandes auf der Mittelinsel sowie Schutzbügel zwischen Platz der Freiheit und Braunschweiger Straße vor. „Dadurch entstünde ein Defizit von zirka 30 Parkplätzen“, sagt Patzer. Manch Anwohner schätzt sogar, dass sich die bisher 130 Plätze noch viel stärker reduzieren würden.

„Wir gehen da nicht mit, weil der Ortsbeirat noch keine schriftliche Stellungnahme abgegeben hat“, sagt Karsten Cornelius (SPD), Vorsitzender des Ortsbeirats Hansaviertel. Der Alleenschutz sei zwar wichtig, aber der Wegfall der Parkplätze könne nicht hingenommen werden. Daher fordere der Beirat Ersatzflächen und wolle die Möglichkeit der Herrichtung von Stellflächen zwischen den Bäumen diskutieren. Vorschläge für eine Kompromiss-Lösung sind willkommen.

Ingrid Kempe (71) will, „dass alles so bleibt, wie es ist“. Die 71-Jährige wohnt in der betroffenen Gegend. Sie fragt sich, wo der Pflegedienst für die vielen älteren Leute sonst parken solle. Andere Anwohner äußern sich konstruktiver: „Wir wollen Alleenschutz und Parksituation in Einklang bringen“, heißt es. Auch seien die Straßen nicht mehr die besten, daher müssten Lösungen gefunden werden, damit der Schwerlastverkehr anständig vorbeikomme.

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