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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. Oktober 2017 | 23:16 Uhr

Anwohner kämpfen jetzt gemeinsam

vom

svz.de von
erstellt am 19.Sep.2013 | 09:15 Uhr

Bargeshagen | Die vom Lärm betroffenen Anwohner der Bundesstraße 105 in Sievershagen und Bargeshagen haben sich zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie nun in der in Bargeshagen gegründeten "Interessengemeinschaft (IG) Verkehrsproblem" darum kämpfen, dass die Idee einer Umgehungsstraße weiter verfolgt und in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. "Wir müssen jetzt die Weichen dafür stellen, dass sich etwas ändert. Denn der Verkehr wird in Zukunft sicher nicht weniger, sondern eher mehr", sagt IG-Sprecherin Anke Symanzik. Schließlich würden im Speckgürtel der Hansestadt immer neue Wohngebiete entstehen, die eine entsprechende Infrastruktur benötigen. Trotz des Engagements der Interessengemeinschaft hat Symanzik das Gefühl, dass die Meinungen der Umgehungs-Befürworter nicht ernst genommen werden. "Ich verstehe nicht, wieso man sich unseren Argumenten verschließt und lieber 35 Gewerbetreibende vertritt als 600 Anwohner und Unterstützer, die für eine Umgehung unterschrieben haben", sagt sie. Die junge Mama wohnt direkt an der Bundesstraße und kennt die Verkehrsbelastung. "Sogar das Babyfon reagiert und schlägt an, wenn ein Lkw vor dem Fenster vorbeifährt", berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Auch Eckhard Hammann, der - mit Unterbrechungen - seit 1950 an der Straße wohnt, will die Chance auf eine Umgehungsstraße nutzen. "Die Anwohner haben bis jetzt kräftig zurückgesteckt, aber irgendwann muss auch der Solidargedanke fassen", so Hammann in Richtung der Umgehungs-Gegner, die bei einer neuen Trasse ihre Wohnqualität in Gefahr sehen. "Es kann nicht sein, dass nur einer die Vögel hört und der andere den Verkehr - obwohl beide auf dem Land leben", sagt er.

Dass die Gegner der Umgehungs-Pläne versichern, die Anwohner nicht vergessen und für Lärmschutz sorgen zu wollen, empfindet der Sievershäger als Hohn. "Was wurde denn da bisher vorgeschlagen? Zum Beispiel Lärmschutzfenster. Gut und schön, aber ich bin bewusst aufs Land gezogen und tagsüber meist draußen. Und auch Lärmschutzfenster kann ich nachts nicht öffnen", so Hammann. Auch der Vorschlag für Lärmschutzwände bringt ihn auf die Barrikaden. "Wenn wir das die ganze bebaute Strecke an der B 105 beidseitig durchziehen, wie soll das denn aussehen? Die Anwohner fühlen sich dann wie im Aquarium", sagt er und ergänzt: "Die ganzen guten Wünsche, die wie ein Füllhorn über die Anwohner ausgeschüttet werden, bringen nix. Diesen Knochen, der einem da vorgeworfen wird, den schlucke ich nicht." Anke Symanzik hofft, dass das Engagement der Interessengemeinschaft in Schwerin gehört wird. Schließlich hätte die IG mehr als 500 Unterschriften für eine Umgehung gesammelt - und das in nur wenigen Tagen. "Aber eines steht für uns fest: Wir werden weiter aktiv bleiben, auch wenn es die Umgehung nicht in den Bundesverkehrswegeplan schafft", sagt sie. Zumindest einen weiteren Bürgersteig sollte es entlang der Hauptstraße geben. Damit nicht nur Eltern mit Kinderwagen und ältere Bürger mit Rollator sicher an der Straße laufen könnten - wenn sie es aufgrund des Verkehrs schon kaum schaffen würden, sie zu überqueren.

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