Friedrich-Petersen-Klinik Groß Klein : Anwohner gegen Reha-Zentrum

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Auf Süchtige spezialisierte Friedrich-Petersen-Klinik soll Neubau in Groß Klein bekommen – im Viertel stößt das Projekt auf Skepsis

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01. September 2015, 12:00 Uhr

Die Evangelische Suchtkrankenhilfe Mecklenburg-Vorpommern baut am Kleinen Warnowdamm in Groß Klein ein neues Rehabilitationszentrum. Ab 2018 werden die Mediziner und Suchttherapeuten der Friedrich-Petersen-Klinik, die derzeit noch in der Rostocker Südstadt ansässig ist, dort ihre Arbeit aufnehmen.

Die Anwohner betrachten das Projekt jedoch mit Skepsis. Größere Bedenken habe es vor allem wegen der Nähe des Neubaus zu den gegenüberliegenden Gebäuden gegeben, sagt Ortsbeiratsvorsitzender Uwe Michaelis (SPD). Bei der letzten Sitzung hätten sich Anwohner diesbezüglich kritisch geäußert. Die Pläne sind nun jedoch offiziell geändert worden. „Der ursprüngliche Abstand wurde vergrößert“, so Michael Köhnke, der Chefarzt der Einrichtung. Neben den baulichen Aspekten hätten die Anwohner vereinzelt auch Bedenken bezüglich der Klientel geäußert, die mit der Suchtklinik in den Stadtteil kommen wird, so Uwe Michaelis. „Wir vom Ortsbeirat stehen dem aber völlig offen gegenüber.“ Um die Zweifel der Groß Kleiner auszuräumen, hat der Ortsbeirat für den 8. September einen Vor-Ort-Termin in der Friedrich-Petersen-Klinik organisiert. „Wir schauen uns den Ablauf dort an“, so Michaelis. Die Anwohner seien dazu eingeladen.

Michael Köhnke begrüßt die Initiative. Er sagt: „Dass der Ortsbeirat so einen Vor-Ort-Termin ausmacht, ist spitze. Die Ängste der Anwohner relativieren sich dann sicher schnell.“ Das Wichtigste sei, dass die Friedrich-Petersen-Klinik als Reha-Zentrum zu verstehen ist. „Wir sind keine Akut-Klinik. Zu uns kommen Leute, die schon die Entscheidung getroffen haben, abstinent zu leben.“ Ihnen werde in einer mehrwöchigen Soziotherapie dabei geholfen, ihren Alltag weiterhin ohne Alkohol oder Tabletten zu gestalten. „Wir geben ihnen zum Beispiel Hilfestellungen, um nach der Therapie in ihrem häuslichen Umfeld ohne die Suchtmittel klarzukommen“, erklärt Michael Köhnke.

Seit 1998 unterstützt die Klinik in der Südstadt Süchtige dabei, dauerhaft abstinent zu leben. Mit der Nachbarschaft gebe es nie Reibereien, so der Chefarzt. „Wir sind auch regelmäßig zum Stadtteilfest eingeladen.“Der Umzug der Friedrich-Petersen-Klinik nach Groß Klein ist nötig, weil der Mietvertrag für den jetzigen Sitz in der Semmelweisstraße 2018 ausläuft.

Weitere Informationen zum Vor-Ort-Termin können bei Quartiermanager Uwe Leonhardt, Tel. 0381/381 22 26, eingeholt werden.

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