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20. November 2017 | 07:05 Uhr

Anwohner fürchten neue Wiro-Blöcke

vom

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2013 | 08:50 Uhr

Groß Klein | Zwei fünf- bis sechsgeschossige Blöcke mit 39 Wohnungen will die Wiro im Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg aus dem Boden stampfen. Die Groß Kleiner Anwohner sind empört über das Vorhaben, sie fürchten um die Attraktivität ihres Viertels. Im Ortsbeirat Groß Klein haben sich die frustrierten Bürger Luft gemacht: "Der Dorfcharakter geht verloren, wenn wir komplett zugebaut werden", fürchtet ein Anwohner. Durch das Vorhaben werde ihnen die freie Sicht und die parkähnliche Wiese genommen.

Der Ortsbeirat ist über das Projekt geteilter Meinung. "Ich bin nicht grundsätzlich gegen den Bau. Aber es sollte diskutiert werden, in welcher Form er umgesetzt werden kann", sagt Beiratsvorsitzender Uwe Michaelis (SPD). Die vorgesehenen Abstände von 13 Metern zwischen den neuen und alten Häusern findet der stellvertretende Vorsitzende, Gerd Heck (Linke), viel zu eng: "Wir bekommen dann keine Sonne mehr." Auch das erhöhte Verkehrsaufkommen verärgert die Bürger. Schon jetzt sei die Belastung durch die Autos viel zu groß. "Unsere Einfahrt wird ständig zugeparkt, wie soll das erst werden, wenn hier noch mehr Leute wohnen", sagt ein Eigenheimbesitzer. Obwohl die Wiro plant, angrenzend zu den Wohnblöcken und auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der Willi-Döbler-Straße zusätzliche Stellplätze zu errichten, haben die Groß Kleiner ihre Zweifel. Sie gehen davon aus, dass die Bewohner der neuen Blöcke sich nicht die Mühe machen, ihre Fahrzeuge in der Döbler-Straße abzustellen. Das sei zu weit entfernt. Stattdessen würde der Scharffenberg-Weg noch mehr zugeparkt.

Die Wohnungsgesellschaft plant die Errichtung der zwei Blöcke über Eck zwischen der Bushaltestelle Werftallee und dem Würfelhaus mit der Nummer 10. "Bei der Planung haben wir uns an den umliegenden Bauten orientiert", sagt Frank Schönfuß, Leiter Grundstückswesen bei der Wiro. Dabei geht es der Gesellschaft darum, bezahlbare Wohnungen mit moderner Ausstattung anzubieten. Sie sollen mit Loggien oder großzügigen Balkonen sowie mit Fahrstühlen ausgestattet sein. "Die Aufzüge werden so großzügig sein, dass auch Tragen für Patienten hineinpassen", sagt Thomas Dürre, Architekt der Wiro. Zudem sollen die energieeffizienten Häuser eine neue Wassererschließung mit örtlicher Aufbereitung bekommen. Die Zweiraumwohnungen werden rund 53 Quadratmeter und die Dreiraumwohnungen etwa 65 Quadratmeter groß sein. "Durch den stufenweisen Bau wird das oberste Geschoss mit einer Dachterrasse versehen", so Dürre.

Schönfuß begründet den Bedarf an den Neubauten: "Die Nachfrage an Wohnungen ist sehr groß. Wir haben lange Wartelisten." Mit so viel Gegenwehr von den Anwohnern in Groß Klein hat er allerdings nicht gerechnet. "Den Standort werden wir nicht aufgeben, aber in einer Firmenkonferenz über die Form des Baukörpers diskutieren", sagt Schönfuß. Die Bauvoranfrage für das Projekt ist bereits gestellt. Am 26. Februar wird der Bauausschuss darüber entscheiden.

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