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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 00:28 Uhr

Bargeshagen : Anwohner erobern Verkehrsader

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hauptstraße in Bargeshagen zum Tag gegen Lärm für Autos und Co. gesperrt. Bewohner verwandeln Abschnitt in Spielstraße.

svz.de von
erstellt am 28.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Ungewohnt ruhig ist es gestern an der Hauptstraße in Bargeshagen gewesen. Denn dort, wo sonst täglich durchschnittlich fast 18 000 Fahrzeuge entlangrauschen, war ab 17.30 Uhr nur das Gezwitscher der Vögel und das Geräusch von Inline-Skates zu hören, die über den Asphalt rollen. Zum Internationalen Tag gegen Lärm lud die Interessengemeinschaft Verkehrsproblem Bargeshagen-Sievershagen die Anwohner ein, sich die Straße zurückzuerobern. 45 Minuten lang war die Hauptverkehrsader des Ortes für den Verkehr gesperrt.

„Jetzt dürfen wir die Ruhe genießen“, sagt Andreas Vetterick von der Interessengemeinschaft. Bereits zum dritten Mal veranstaltete diese die Aktion, die ursprünglich ins Leben gerufen wurde, um für eine Ortsumgehung zu werben. „Aber das hat nicht geklappt“, so der 53-Jährige. „Wir haben 2015 über 1000 Unterschriften für unser Vorhaben gesammelt, aber der Gemeinderat hat sich dagegen ausgesprochen.“

Etwa 50 Bargeshäger nutzten die seltene Chance, einmal ganz entspannt auf der Straße entlangzuschlendern und schlossen sich dem Umzug an. Von der Kita Storchennest ging es bis zur Einmündung Admannshäger Damm und wieder zurück. Auch Sabrina Köch und Maik Harder, die seit etwa zehn Jahren im Ort wohnen, sind in diesem Jahr wieder mit dabei. „Sonst meiden wir die Ecke hier, aber da der Verkehr jetzt bei uns vorbeigeleitet wird, wollten wir hier die Ruhe genießen“, sagt Maik Harder.

Spaß an der Aktion hatten aber vor allem die Kinder. Sie verwandelten die B 105 kurzerhand in einen Fußballplatz oder eine Rennstrecke fürs Fahrrad. „Hier auf der Straße ist es viel glatter als auf dem Gehweg“, freut sich der zehnjährige Maxim Ivanov, der mit seinem Pennyboard die Straße entlangskatete. Doch nicht alle Anwohner sind vom Zweck der Aktion überzeugt. „Die Ruhe ist zwar schön, aber es ist kurzfristig gedacht“, sagt Sabine Westendorf. Sinnvollere Maßnahmen wie einen zusätzlichen Gehweg auf der anderen Straßenseite, mehr Fußgängerübergänge oder Geschwindigkeitsbegrenzungen beziehungsweise -kontrollen würde die Bargeshägerin eher begrüßen. „Außerdem ist Bargeshagen ein Gewerbeort“, so Westendorf. Da sei eine gute Verkehrsanbindung wichtig.

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