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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. Oktober 2017 | 11:53 Uhr

Fundstücke : Antike Schätze vom Müll gerettet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Joachim Stave hat von seinem Vater den Sinn fürs Bewahren alter Stücke geerbt. Nun rätselt er, wen die zwei Porträts zeigen.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Im Besitz von Joachim Stave aus Warnemünde befinden sich einige kostbare alte Schätze. Etliche hat er von seinem Vater Alfred, der vieles davon vom Müll gerettet hat. „Er war Spediteur und ging morgens immer über den Schrottplatz in der Bahnhofstraße und mit seinem Hund beim Moor spazieren“, erzählt der pensionierte Professor für Elektrophysiologie. Die Torfstechanlage gegenüber vom Moor war zu damaligen Zeiten teilweise mit Antiquitäten übersät. Hier entledigten sich viele Warnemünder der Dinge, die sie nicht mehr haben wollten.

Spediteur Alfred Stave bewahrte viele dieser Stücke davor, unwiederbringlich verloren zu gehen. Dabei hat er zum Beispiel Einrichtungsgegenstände von der alten Apotheke Am Strom gerettet und Stühle, die liebevoll wieder restauriert wurden. In den 60er-Jahren fand er sogar einen mindestens 200 Jahre alten Schiffssextanten.

Außerdem fiel Alfred Stave bei seinen Streifzügen nach Alltagskulturgut ein verpacktes Bild eines bürgerlichen Paares in die Hände, das heute seinem Sohn gehört. „Es hatte damals keinen Rahmen, ich habe einen aus einem alten Büfett gebaut“, sagt der handwerklich versierte Naturwissenschaftler.

Als das Thema Brautkronen in Warnemünde durch die jüngste Ausgabe des Bäderjournals „Tidingsbringer“ wieder ins Gespräch kam, fiel sein Blick auf die zwei Bilder in seiner Wohnung. „Es wäre ja interessant zu wissen, wer der Mann und die Frau sind“, sagt Stave. Den Gedanken teilt Museums-Chefin Kathrin Möller. „Auch wenn ich keine Expertin für Brautschmuck bin, ich tippe mehr darauf, dass es sich um bürgerlichen Kopfputz handelt“, sagt sie. Die neue Leiterin des Heimatmuseums findet es erfreulich, dass es historisch interessierte Menschen wie die Staves gibt, die kulturelle Schätze sorgfältig bewahren und restaurieren. Auch die Museums-Chefin findet solche Funde spannend. „Und vor allem die Geschichten, die sich darum ranken“, sagt sie. „Es wäre schön, zu erfahren, wer die beiden auf den Bildern sind, was sie gemacht und wie sie gelebt haben“, sagt Möller.

Die Liebe zu Dingen vergangener Tagen lebt Prof. Stave nicht nur zu Hause aus. Er hat sie auch während seiner Berufsjahre in der Augenklinik gepflegt. „Damals habe ich eine Sammlung mit Gegenständen aus der Augenmedizin zusammengetragen, die in Vitrinen ausgestellt wurde“, sagt der Warnemünder.

 

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