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Kultur : Antike Masken und Särge aus Ägypten erstmals in Rostock zu sehen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Neueröffnete Archäologische Sammlung präsentiert erstmals Särge und Mumienmasken an der Universität Rostock.

Vom ägyptischen Totenkult bis zur römischen Münzprägung: Am 2. Juni feiert das Heinrich-Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften die Neueröffnung der Archäologischen Sammlung – eine Veranstaltung, die jedoch nicht öffentlich sein wird. Bei dieser werden zum ersten Mal ägyptische Särge und Mumienmasken gezeigt, deren langwierige Restaurierung kürzlich abgeschlossen werden konnte.

Dabei handelt es sich um Funde aus den Ausgrabungen von Abusir el Meleq, die 1906 als Schenkung der Deutschen Orientgesellschaft Berlin an die Rostocker Universität kamen. Dieser aus wertvollen Grabbeigaben zusammengesetzte Bestand fand bisher wenig Beachtung, obwohl er der einzige seiner Art in MV ist. Zur 550-Jahresfeier der Universität wurden zwar unter anderem menschenähnliche Särge zeitweise ausgestellt, danach verschwanden sie allerdings wieder in den Schränken des Instituts. Da sich die Objekte, insbesondere die aus Holz und mit bemalter Oberfläche, in einem äußerlich sichtbar, schlechten Zustand befanden, wurden sie in geschlossenen Stellräumen untergebracht.

Klimatische Belastungen während der letzten einhundert Jahre führten zu einem akut gefährdeten Zustand, der sowohl die Trägersubstanz als auch die vielfarbige Fassung, Dekoration und Beschriftung betraf. Die Objekte waren nicht mehr transportfähig, nicht ausstellungsfähig und in ihrem Weiterbestand unmittelbar gefährdet. Besonders die fragil gearbeiteten Masken waren stark deformiert.

In Kooperation mit dem Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der Technischen Hochschule Köln konnte die dringend notwendige Restaurierung von drei ägyptischen Mumienmasken sowie drei hölzernen Mumiensärgen nun durchgeführt werden.

In dem seit 2010 laufenden Projekt wurde die von einer umfassenden Untersuchung und Analyse aller verwendeten Materialien begleitete Restaurierung im Rahmen von Masterarbeiten vorbereitet. Finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder. Mit der Ausstellung der restaurierten Objekte findet das gemeinsame Projekt nun seinen erfolgreichen Abschluss.

Die Sammlung soll künftig einmal wöchentlich für zwei Stunden besichtigt werden können. Besichtigungen für Gruppen sind nach Voranmeldung möglich.

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erstellt am 31.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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