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Anrufer droht mit Bombe: Krisenstab lässt Uni-Gebäude räumen

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erstellt am 12.Mär.2012 | 08:37 Uhr

Rostock | Ein anonymer Anruf in der Telefonzentrale hat gestern Morgen die ganze Universität Rostock aufgeschreckt: Der Anrufer drohte mit einer Bombe. Teile der Universität wurden daraufhin vorsorglich geräumt, hunderte Studenten verließen ihre Institute. Mit Aushängen, auch per SMS und in sozialen Netzwerken im Internet, verbreitete sich die Nachricht unter Studenten und Dozenten in Windeseile.

Um 8.10 Uhr gestern Morgen hatte ein Unbekannter in der Telefonzentrale angerufen und gesagt, dass an dem Tag eine Bombe hochgehen würde. In dem kurzen Gespräch seien weder ein Ort noch ein Gebäude noch ein Zeitpunkt genannt und auch keine Forderungen gestellt worden, sagte ein Polizeisprecher. Nach dem Anrufer werde gefahndet. Er habe seine Telefonnummer bei dem Anruf nicht unterdrückt. 20 Minuten nach dem Anruf habe die Hochschule die Beamten informiert. Die Polizei nahm umgehend die Ermittlungen auf, um die Ernsthaftigkeit des Anrufes zu prüfen. So durchsuchten Polizisten am Mittag die Poststelle der Uni mit einem Sprengstoffhund. Es sei jedoch kein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden.

Die Universität hatte unmittelbar nach Eingang der Bombendrohung einen Krisenstab gebildet und in einigen Gebäuden die Evakuierung angeordnet, teilte Sprecher Dr. Ulrich Vetter mit. Betroffen waren zunächst das IT- und Medienzentrum, in dem der Anruf eingegangen war, und die Universitätsbibliothek, die über den größten Publikumsverkehr verfügt, sowie weitere Institute in der Nachbarschaft. Auch außerhalb des Campus Südstadt verließen Studenten und Mitarbeiter ihre Gebäude. Weitere Evakuierungen konnten den Angaben zufolge im Laufe des Vormittags abgebrochen werden, nachdem die Polizei davon abgeraten habe. Die endgültige Entwarnung kam laut Uni-Sprecher gegen 16 Uhr.

Nach den Worten des Polizeisprechers kommen solche Bombendrohungen selten vor. Sie hätten in den meisten Fällen keinen ernsthaften Hintergrund, es handele sich aber in jedem Fall um die Androhung von Straftaten. Viele dieser Anrufer wüssten gar nicht, welche umfangreichen Polizeimaßnahmen sie auslösten, für die sie dann zur Rechenschaft gezogen werden könnten.

Erst Ende Januar hat es einen Anschlag auf den Campus Ulmenstraße gegeben. In der Nacht zum 27. Januar zündeten Unbekannte Böller, unter denen sie zuvor Farbeimer deponiert hatten. Dabei entstand ein hoher Sachschaden am frisch eingeweihten Arno-Esch-Hörsaalgebäude.

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