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Immobilienpleite : Anleger klagen gegen Volkssolidarität

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Voll banger Hoffnung blicken von Donnerstag an viele Geschädigte von zwei insolventen Immobilienfonds der Volkssolidaritäts-Kreisverbände Mecklenburg Mitte und Bad Doberan/Rostock-Land zum Landgericht Rostock.

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erstellt am 29.Jan.2013 | 10:34 Uhr

Rostock | Voll banger Hoffnung blicken von Donnerstag an viele Geschädigte von zwei insolventen Immobilienfonds der Volkssolidaritäts-Kreisverbände Mecklenburg Mitte und Bad Doberan/Rostock-Land zum Landgericht Rostock. Durch ein Urteil in einem Zivilverfahren wollen vier von ihnen einen Anspruch auf Entschädigung durch verloren gegangene Einlagen in die Fonds erreichen. Die Schadenssummen liegen nach Worten von Jürgen Fischer, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern, zwischen 15 000 und 70 000 Euro. In den Fonds sollen von 2001 bis 2009 rund 9,5 Millionen Euro versickert sein. Ein Anwalt der Geschädigten hatte bei Klageeinreichung von einem "Schneeballsystem" gesprochen. Die Zinsen für die insgesamt 1600 Anleger hätten nur bezahlt werden können, weil frisches Geld eingeworben worden sei. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass dieses Geschäft scheitern musste.

Die Musterklagen richten sich nach Gerichtsangaben gegen die zwei Kreisverbände, den Landes- und den Bundesverband der Volkssolidarität. Für den Strafprozess gegen einen der beiden ehemaligen Volkssolidaritäts-Manager gebe es noch keinen Termin. Die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den zweiten Manager hatte das Landgericht abgelehnt, er sei wegen Demenz nicht verhandlungsfähig.

Viele Geschädigte haben nach Worten Fischers im Jahrzehnte alten positiven Glauben an die Volkssolidarität einen Großteil ihres Ersparten in die Fonds eingezahlt. Allerdings seien für die meisten der insgesamt 1600 Geschädigten die Ansprüche verjährt. Verbraucherschützer Fischer rechnete damit, dass inzwischen weniger als 100 Menschen noch Chancen auf Entschädigung haben. Im August 2010 hatte das Landgericht Rostock in einem ersten Schadensersatzprozess die Klage eines Rentnerehepaares wegen Verjährung abgewiesen. Sie hatten ihre Klage damit begründet, dass im Fondsprospekt falsche Angaben gemacht und die Risiken nicht ausreichend dargestellt worden seien. Wie Fischer sagte, war das Verfahren nicht mit anderen Geschädigten abgestimmt. Es gehe im aktuellen Verfahren unter anderem darum, nachzuweisen, dass ein Schneeballsystem existiert habe.

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