Matrosendenkmal : Anlage bekommt ein frisches Gesicht

Erste Idee: So könnte es unterhalb des Matrosendenkmals künftig aussehen.  Grafik: Peter Writschan
Erste Idee: So könnte es unterhalb des Matrosendenkmals künftig aussehen. Grafik: Peter Writschan

Unterbau der Statue wird abgetragen und neu errichtet / Auch Hafenterrassen und Freiflächen sind Teil der Planung

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15. Januar 2016, 12:00 Uhr

Das Matrosendenkmal und die Anlage darum herum werden ab dem zweiten Halbjahr komplett saniert. Unterhalb sollen die Hafenterrassen erweitert und die Freiflächen umgestaltet werden – zu einem qualitativen Aufenthaltsbereich. „Die Bauschäden sind unwahrscheinlich groß“, sagt Stadtkonservator und Denkmalpfleger Peter Writschan. Das Problem ist der Beton-Unterbau der Statue, in dem wohl nachträglich und baurechtlich auch für DDR-Verhältnisse fragwürdig ein Traditionskabinett eingerichtet worden war. 1990 wurde es geschlossen und seitdem instabiler. Bevor der Unterbau abgerissen werden kann, müssen die Statue von Künstler Wolfgang Eckardt, das Relief von Reinhard Dietrich und die Spruchplatte abgenommen und geborgen werden.

Der Unterbau wird möglicherweise leicht versetzt neu errichtet. Denn die Stadt hat Pläne für dieses Areal: „Die Idee ist, mit Terrassen zu arbeiten, Sitzstufen zu schaffen, um die Beziehung zum Wasser zu erweitern“, sagt Writschan. Sie sollen unterhalb des Denkmals auf Eck an die vorhandenen anschließen. „Das ist die Idee, die in den Ämtern besprochen wird.“

Für die Umgestaltung des Denkmals sind 500 000 Euro eingestellt. „Wir gucken, wie weit wir damit kommen“, sagt Writschan. In einem weiteren Bauabschnitt werde der Fokus auf der Freiflächengestaltung liegen – auf der Stufenanlage, dem Abbruch der Stützmauer, Beleuchtung und Mülleimern. Das Geld dafür wird in den Doppelhaushalt 2017/18 eingestellt. Planer ist das Architekturbüro Hannes Hamann. Bauzustandsanalyse und Sanierungsvarianten hat die Montra GmbH Bauplanung erarbeitet. Bis 2018, zum 100. Jahrestag der von den Matrosen gestarteten Novemberrevolution, an die sie erinnert, soll die Anlage fertig sein. „Wir sehen der Planung mit Freude entgegen“, sagt Anette Niemeyer (Aufbruch 09), Ortsbeiratsvorsitzende der KTV. Was sich der Beirat noch wünschen würde: „Dass dort auch Veranstaltungen stattfinden können.“ Zugunsten der Anwohner auf Gehlsdorfer Seite sei das oft versagt worden. Writschan vermutet, dass sich das nicht ändert. Jedoch sei die Fläche neben dem Fährbecken Kabutzenhof für Veranstaltungen im Gespräch. Dort solle auch eine Toilettenanlage entstehen.

Dem Denkmal war schon Ende 2012 beeinträchtigte Standsicherheit attestiert worden, Hohlräume hatten sich gebildet. Zuständigkeitsgerangel in der Stadt sorgte für Verzögerung, aber ein Abriss stand nie zur Debatte. Writschan: „Die Anlage ist ein wichtiges Denkmalensemble.“

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