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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 19:37 Uhr

Sandsturm A19 in MV : Anklage nach Massenkarambolage

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nach dem Horror-Unfall mit acht Toten und 130 Verletzten bei Rostock will die Staatsanwaltschaft Anklage erheben

Nach der Massenkarambolage in einem Sandsturm auf der Autobahn 19 bei Rostock 2011 will die Staatsanwaltschaft Rostock nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ mehrere beteiligte Autofahrer anklagen oder Strafbefehle gegen sie beantragen. Bei dem Unfall waren acht Menschen getötet und 130 zum Teil schwer verletzt worden. Wie das Nachrichtenmagazin schreibt, sollen sechs Auto- und zwei Lkw-Fahrer trotz des Sandsturms mit mindestens 80 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen seien. Fünf der Beschuldigten werde fahrlässige Tötung vorgeworfen, einem weiteren fahrlässige Körperverletzung und zweien Gefährdung des Straßenverkehrs. Einer der Männer soll mit Tempo 150 in die Unfallstelle gerast sein.

Die Staatsanwaltschaft war gestern für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Laut dem in Hamburg erscheinenden Magazin hält es die Behörde für belegt, dass die Sandwolke mindestens 600 Meter vorher zu sehen war. Trotzdem seien die Beschuldigten mit hoher Geschwindigkeit weitergefahren, anstatt das Tempo anzupassen. Die Sicht im Sturm habe keine zehn Meter betragen. Bei dem Unfall am 8. April 2011 waren 83 Fahrzeuge ineinandergekracht. In Richtung Berlin waren 23 Autos ineinandergerast. Am Unfall auf der Fahrbahn Richtung Rostock waren 60 Autos beteiligt, von denen einige in Brand gerieten.

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