Warnemünde : Angler zieht es aufs Wasser

„Marika“ am Haken: Eckhard Bülow freut sich schon auf das Angeln mit seinem roten Boot.  Fotos: Maria Pistor
„Marika“ am Haken: Eckhard Bülow freut sich schon auf das Angeln mit seinem roten Boot. Fotos: Maria Pistor

Gestern wurden Boote vom Weidenweg zum Alten Strom transportiert. Wenn die Brücke geöffnet wird, wollen einige durchfahren.

svz.de von
29. April 2015, 14:00 Uhr

Wenn alljährlich die Boote des Warnemünder Anglervereins im Frühjahr ins Wasser gelassen werden, sind unzählige Hände erforderlich. Bei etlichen Handgriffen sind Kraft und Geschicklichkeit nötig. Aber die Bootseigner haben durch die vielen Jahre fast alle Routine. Jeder weiß, was er wann zu tun hat. In dieser Truppe hilft einer dem anderen, weil niemand sein Boot allein ins Wasser bekommt. Und am Ende ächzen alle hinter dem schweren Anhänger, auf dem die Boote gelegen haben.

Für die Touristen bot sich bei diesem Umzug der Anglerkähne vom Weidenweg zum Alten Strom gestern ein schönes Bild. Ein Traktor von Bauer Blohm transportierte die Boote zum Kranen auf das Gelände des Warnemünder Segelclubs (WSC). So chauffierten „Erna“, „Wotan“, „Kondor“, „Marika“ zur Freude vieler durch das Ostseebad.

Auf dem Gelände bediente Claus Thymian den Kran. Der WSC hat fünf Leute, die das dürfen. Denn wer hier die Knöpfe drückt, trägt ernorm viel Verantwortung. „Es ist ein sehr warmes Frühjahr, da können die Boote zeitig ins Wasser“, sagt Heinz Borgwardt, der für den Verein für die Verteilung der Plätze am Alten Strom zuständig ist. Ähnlich wie es den Kleingärtnern bei diesem Wetter in den Fingern juckt, freuen sich die Männer auch auf ihre ersten Angelfahrten. „Dorsch ist jetzt dran, bald kommt der Hornhecht“, sagt Heinz Simon, dessen Boot gestern als letztes in den Strom kam. „Erna“ wurde als viertes Boot zu Wasser gelassen. Das Schiff von Günter Harms heißt nach seiner Oma, die mit Fischer Wilhelm Harms verheiratet war.

Mit den Namen der Boote ist es solche Sache: „Die ändert man nicht“, sagt Eckhard Bülow, der Eigner der „Marika“. Sein Boot hieß so, als er es sich zugelegt hat. Und schließlich gibt es eine Namensvetterin, die viele kennen: die Sängerin und Schauspielerin Marika Rökk.

Die Angler haben sich eingelebt auf dem Gelände beim Weidenweg, wenn auch noch die Anschlüsse für sanitäre Anlagen fehlen. Die wären mit dem Caravanplatz in greifbare Nähe gekommen. „Aber so weiß man nicht, wann es so weit ist“, sagt Borgwardt. In diesem Jahr haben die Angler Ausweichliegeplätze Am Strom bekommen, weil am Südende Bauarbeiten starten.

Jetzt freuen sich alle auf die ersten Ausfahrten auf der Ostsee. Und einige der Petrijünger wollen es ausnutzen, dass sie am Freitag beim Brückendrehen einmal durch die geöffnete Brücke fahren können.

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