Angelverbot in Rostock

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28. Juni 2012, 09:26 Uhr

Rostock | Jetzt greift der Rostocker Fischereihafen durch: Angelverbot im Hafenbecken. Geschäftsführerin Daniele Priebe stinkt das Thema schon lange. "Trotz vieler Gespräche, Hinweise und Ermahnungen waren die Angler nicht bereit, ihren Dreck und Unrat zu beseitigen", sagt sie. Das ziehe sich seit Jahren hin. "2012 eskalierte die Sachlage, sodass der Fischereihafen die Wasserschutzpolizei zur Sicherung der Ordnung einschalten musste", so Priebe.

Nicht nur der Müll sei ein großes Problem. Die Angler hätten auch ständig die Zufahrten für Feuerwehren und Rettungsfahrzeuge sowie die Hallentore der ansässigen Firmen zugeparkt. Das habe die Mitarbeiter des Fischereihafens viel Zeit und Geld gekostet. "Wir mussten einen nicht unerheblichen Mehraufwand für die Herrichtung der notwendigen Ordnung und Sauberkeit aufbringen", so Priebe.

Nun habe sie keinen anderen Weg mehr gesehen, als ein generelles Angelverbot für das gesamte Hafenareal auszusprechen. Das Rostocker Hafen- und Seemannsamt sowie die Wasserschutzpolizei und das zuständige Polizeirevier seien von dem Schritt in Kenntnis gesetzt worden.

"Die Angler dort haben selber Schuld", sagt Jörg Bellmann, Vorsitzender des Anglervereins Rostock-West. Der Fischereihafen und die anderen Anlieger hätten sie oft genug gewarnt. "Für das Verhalten muss man sich schämen", sagt Bellmann. Besondere Leidensfähigkeit sei nun während der Heringszeit gefragt, in der sich sonst Rute an Rute an der Kaikante reihte.

Bellmann gehört zu den Fischereiaufsehern in der Stadt und weiß daher, wie schwierig es ist, die Angelplätze zu überwachen: "Wir können oft gar nicht kontrollieren, weil wir es nicht dürfen. Das ist Sache der Anlieger." Städtischen Kontrolleuren bleibe nur der gehobene Zeigefinger, vor dem die meisten Angler aber nicht zurückschreckten. "Solange sie keine rechtlichen Konsequenzen zu fürchten haben, ist es ihnen egal", so Bellmann.

Ihm zufolge könnte das Beispiel Fischereihafen Schule machen. Denn auch im öffentlich zugänglichen Bereich der ehemaligen Neptun-Werft hätten sich die Anlieger bereits mehrfach über Fischköpfe, Eingeweide und Dreck beschwert. "Da sieht es genauso aus wie im Fischereihafen", sagt Bellmann. Sollte auch diese Stelle gesperrt werden, blieben den Anglern nicht mehr viele Alternativen entlang der Warnow übrig. Auch der Überseehafen hat sie schon ausgesperrt, allerdings wegen der verschärften Sicherheitsbestimmungen nach den Anschlägen vom 11. September in New York.

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