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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. Oktober 2017 | 17:50 Uhr

Rostock : Angeklagte beschuldigen sich gegenseitig

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Prozess wegen Raubes mit Körperverletzung: Mihai T. und Stefan T. sagen aus und geben Opfer Mitschuld

Die Rumänen Stefan T. (25) und Mihai T. (22), die sich seit dem vergangenen Donnerstag vor dem Landgericht Rostock wegen Raubes mit Körperverletzung verantworten müssen, haben vorgestern ihr Schweigen gebrochen. Der Mitangeklagte Illie F. (36) hingegen will sich noch ein wenig Zeit für seine Aussagen gönnen. Mihai T. und Stefan T. machten sich gegenseitig für die Tat verantwortlich und beschuldigten vor allem das Opfer, den Lateinamerikaner Carlos P. (45), die Auseinandersetzung begonnen zu haben.

Mihai T. berichtete, dass sich das spätere Opfer und sein Landsmann Illie F. kannten. Dieser habe dem Lateinamerikaner 15 Euro geliehen, die Illie F. zurückhaben wollte. Das Treffen in der Nacht des 21. Oktober 2015 am Fußgängertunnel in Lütten Klein sei kein zufälliges gewesen. Laut Aussage habe Carlos P. einer Bierflasche den Hals abgeschlagen und sei damit auf sie losgegangen. Dabei verletzte er Stefan T. an der linken Hand. Weiter berichtete Mihai T., dass sich Carlos P. und Illie F. am Boden prügelten. Als der Lateinamerikaner ein Klappmesser aus der Tasche zog, seien sie alle auf ihn losgegangen. Illie F. holte einen Kuhfuß aus seinem Rucksack und schlug damit auf Carlos P. ein. Er, Mihai T., hätte sich dann durch den Tunnel entfernt. Von der Beute habe er nichts abbekommen.

Was den Ablauf der Tat anbelangt und vor allem den Tatbeitrag des Opfers, da waren sich Mihai T. und Stefan T. im Wesentlichen einig. Widersprüche gab es darüber, wer was an sich nahm und über das spätere Aufteilen der Beute. Während Mihai T. sagte, dass Stefan T. die Geldbörse mit der wertvollen Münze an sich nahm und Illie F. das Handy sowie das silberne Armband, behauptete Stefan T., dass Mihai T. das Handy einsteckte. Er habe Mihai sogar das Mobiltelefon für 100 Euro abgekauft, um es seiner Freundin zu schenken. „Mihai lügt, wenn er etwas anderes behauptet“, sagte der Angeklagte. „Er will sich an mir rächen. Ich soll im Gefängnis bleiben“.

Auf die Frage, wo sie sich vor der Tat aufhielten, sagte Mihai T. am Montag vor dem Haftrichter, dass alle drei als Schwarzarbeiter in einer türkischen Reinigungsfirma bei Lütten Klein arbeiten würden. Stefan T. gab an, dass er in Bentwisch einem Privat-mann den Garten in Ordnung bringen würde. Dazu hätte er seine Landsleute mitgenommen und ihnen für ihre Hilfe ein Bier spendiert. Wer die Gartenbesitzer sind, wollte er nicht verraten.

Die Angeklagten sitzen seit März in Untersuchungshaft. Carlos P. erlitt bei dem Vorfall im Oktober vergangenen Jahres große Hämatome auf dem Rücken und an den Oberschenkeln sowie eine stark blutende Kopfwunde. Der Prozess wird am 4. August fortgesetzt.

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