Rostocker Triathlet im Vaterglück : Andy Raelert und das Vatergefühl

Ein Ironman-Vize-Weltmeister im Vaterglück: Kaum vom ausgiebigen Radtraining zurück, dreht Andreas Raelert erst mal eine Kinderwagen-Runde mit Söhnchen Theo.
Ein Ironman-Vize-Weltmeister im Vaterglück: Kaum vom ausgiebigen Radtraining zurück, dreht Andreas Raelert erst mal eine Kinderwagen-Runde mit Söhnchen Theo.

Trainingseinheit mit dem Kinderwagen – wie ein kleiner Erdenbürger die Welt des Rostocker Triathlon-Profis auf den Kopf stellt

svz.de von
05. März 2016, 13:30 Uhr

Rund 300 Tage war Profi-Triathlet Andreas Raelert, fünffacher Medaillengewinner der Ironman-Weltmeisterschaften, üblicherweise pro Jahr unterwegs. Die Geburt des kleinen Theo, den seine Gattin Julia am Neujahrstag entband, hat im Leben des 39-Jährigen alles verändert. „Es war schon ein einmaliges Erlebnis, bei der Geburt von Theo dabei zu sein. Es ist ein tolles Gefühl, Vater zu sein, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Die haben Julia und ich aber gewollt. Wir haben den Alltag fest im Griff. Alles ist noch viel schöner, als ich mir je vorstellen konnte“, sagt der Vize-Weltmeister.

Dass Andy Raelert gegenwärtig die Familie in den Mittelpunkt stellt, „heißt keinesfalls, dass ich nicht trainiere. In Verantwortung für Julia und Theo ist es halt ein so genanntes Heimspiel. Es ist einfach schön, nach den Einheiten in die Augen meines Duos zu sehen, ihnen ein Küsschen zu geben, meine Frau in allen Dingen zu unterstützen. Das Daheimsein funktioniert unheimlich gut, und ich schöpfe aus unserem Zusammenleben viel Motivation“, sagt der Mann von der TG Trizack Rostock.

Anders als in den Jahren zuvor hält sich Andreas derzeit meist von öffentlichen Auftritten fern. Die große Ausnahme bildete Ende Februar die Fachmesse „Triathlon Convention Europe“ im hessischen Langen, die der bescheidene Vorzeigeathlet sogar eröffnen durfte. Da gewährte er auch Einblicke in seine familiären Glücksgefühle, äußerte sich neben seinen Herausforderungen als Familienvater auch zu den Plänen in der neuen Saison.

Und die sind voll auf den
8. Oktober, seine nunmehr achte Ironman-Weltmeisterschaft, ausgerichtet: „Dort möchte ich gemeinsam mit meinem Bruder Michael an den Start gehen.“ Seine Ausgangsposition dafür ist durch Platz zwei auf Hawaii 2015 und die entsprechenden Ranglistenpunkte komfortabel: „Ich muss nur noch bei einer Langdistanz (einem Ironman) ins Ziel kommen. Geplant ist das für den Sommer.“

Andreas Raelert gibt aber auch zu, dass sich in seinem Trainingsprozess etwas geändert hat: „Mein Körper verträgt nicht mehr die vielen Extreme, benötigt eine längere Regeneration. Ich muss meine eigene künftige Leistung also über eine
Erhöhung der Effektivität steuern.“ Eines seiner Vorbilder auf dem Gebiet ist Ole Einar Bjørndalen, auch mit 42 Jahren noch immer ein Weltspitzen-Biathlet. „Auch ich kann mir vorstellen, noch in diesem Alter in den Startlisten zu stehen, zumal sich mental alles im grünen Bereich befindet und ich in der Lage bin, jedes Jahr – auch, was die Entwicklung des Equipments gemeinsam mit meinen Partnern betrifft – neue Reize zu setzen“, so der Rostocker Eisenmann.

Spricht’s und dreht, kaum vom ausgiebigen Radtraining zurück, erst mal eine Kinderwagen-Runde mit Theo…


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