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Nach 2010 abermals Ironman-Vize-Weltmeister : Andreas Raelert wieder im Silber-Glanz

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Kein deutscher Sieg, aber vier unter den besten Sechs. Die Ironman-WM auf Hawaii bleibt für die deutschen "Eisenmänner" ein Top-Pflaster. Auch wenn Andreas Raelert der Titel erneut verwehrt blieb: Die Freude überwog.

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erstellt am 14.Okt.2012 | 06:33 Uhr

Kailua Kona/Hamburg | Kein deutscher Sieg, aber vier unter den besten Sechs. Die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii bleibt für die deutschen "Eisenmänner" ein Top-Pflaster. Auch wenn Andreas Raelert der Titel erneut verwehrt blieb: Die Freude überwog.

Famose Aufholjagd beim Höllentrip

Am Ende einer famosen Aufholjagd beim Höllentrip auf Big Island konnte An-dreas Raelert sogar den erneut verpassten WM-Titel verkraften. Der Rostocker kämpfte sich zum vierten Mal nacheinander auf das Podium und krönte als Zweiter das bravouröse deutsche Abschneiden mit vier Sportlern unter den ersten Sechs.

8:23:40 Stunden quälte sich der 36-Jährige. Im Ziel am Sonnabend (Ortszeit) war nur der Australier Pete Jacobs schneller. Er holte sich den Titel allerdings mit deutlichen 5:03 Minuten Vorsprung und setzte die Serie der Triathleten aus Down Under auf Hawaii fort: In den vergangenen fünf Jahren dominierten Chris McCormack (2007, 2010) und Craig Alexander (2008, 2009, 2011).

Als bislang letzter Deutscher triumphierte dort Normann Stadler aus Mannheim vor mittlerweile sechs Jahren. Ein dennoch glänzendes Ergebnis für Schwarz-Rot-Gold machten neben Andy Raelert Sebastian Kienle aus Knittlingen bei seinem Hawaii-Debüt als Vierter, der Münchner Faris Al-Sultan als Fünfter und Timo Bracht aus Eberbach als Sechster perfekt. Der von einer Erkältung gehandikapte Michael Raelert kam auf Rang 32 (9:22:02).

Im Schwimmen nicht den Rhythmus gefunden

Für Andreas Raelert hatte der Tag schlecht begonnen. Als er nach 3,86 Kilometern Schwimmen aus dem Pazifik stieg, lag er fast fünf Minuten hinter den Spitzenleuten zurück - ungewohnt für ihn: "Ich habe einfach meinen Rhythmus nicht gefunden."

Doch er gab nicht auf, kämpfte gegen die Hitze, die hohe Luftfeuchtigkeit, die wechselnden Winde, gegen sich selbst und seinen Körper. Erst auf den 180,2 km auf dem Rad, dann vor allem auf der 42,195 km langen Laufstrecke. "Es klingt banal, aber das Rennen ist erst im Ziel vorbei", sagte der Ältere der Raelert Brothers (36) nach dem kräfteraubenden Arbeitstag mit der zweitbesten Marathon-Zeit (2:47:23 h).

Bei den Frauen siegte Leanda Cave in 9:15:54 h. Auf den letzten Kilometern fing die Britin noch die lange führende Schweizerin Caroline Steffen ab. Die 34-Jährige trat die Nachfolge ihrer viermal erfolgreichen Landsfrau Chrissie Wellington an. Die Regensburgerin Sonja Tajsich kam auf einen starken vierten Platz.

Das sagt Andy: „Für meine Schwimm-Leistung habe ich auch keine richtige Erklärung. Manchmal hat man solche Tage. Dass das hier so angefangen hat, ärgert mich, aber es ist ja dann noch ganz gut gegangen. Ich habe heute den zweiten Platz gewonnen und nicht den ersten verloren und bin sehr glücklich mit dem Ergebnis. Nach viermal Podestplatzierungen bei vier Starts bin ich wirklich stolz. Ich werde es wieder versuchen, nach ganz oben aufs Podium zu kommen. Nach einem dritten, einem zweiten, einem dritten und jetzt wieder einem zweiten Rang bin ich mehr motiviert denn je“ , versicherte Andreas Raelert.

Das sagt Michael: Der Jüngere der Raelert Brothers (32) war im Gegensatz zu Andreas in der ersten Radgruppe dabei, ehe er beim Wendepunkt den Anschluss verlor: „Wenn ich wüsste,
woran es lag, könnte ich wenigstens eine Entschuldigung suchen. Es war einfach da, und ich kam nie mehr ins Rennen zurück. Das war sehr frustrierend. Normalerweise kommt man immer irgendwann zurück. Dann kam der große Bruder vorbei und hat mich aufgebaut. Das hat aber leider nicht wirklich geholfen. Und dann war ich ganz alleine…“

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