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Freundin getötet : Andre H. muss lebenslänglich in Haft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gericht stellt auch die besondere Schwere der Schuld fest – eine vorzeitige Entlassung ist damit ausgeschlossen

Andre H. (36) aus Rostock ermordet seine Freundin und vergräbt ihre Leiche im Wald – und muss daher lebenslang ins Gefängnis. Das Landgericht Rostock stellte gestern zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Der Mann, der von dem Richter als „Psychopath“ bezeichnet wurde, wurde auch der Vergewaltigung und gefährlichen Körperverletzung für schuldig befunden.

Die Verteidigerin kündigte noch im Gerichtssaal an, sie wolle Revision beim Bundesgerichtshof einlegen. Es sei nach der Beweisaufnahme völlig offen geblieben, wie die Lebensgefährtin des Mannes zu Tode gekommen ist. Auch der für einen Mord zwingend notwendige Vorsatz sei nicht beleuchtet, und Zeugenaussagen seien einseitig bewertet worden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Rostocker seine 32-jährige Partnerin bereits an Silvester 2013 vergewaltigt hatte. Die Frau hatte dem mehrfach vorbestraften Mann jedoch verziehen. Er war deshalb Mitte Januar 2014 aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

 

Ende Januar oder Anfang Februar 2014, der genaue Zeitpunkt ließ sich nicht feststellen, habe er sie erneut vergewaltigt. Er habe erkannt, dass die Frau ihn anzeigen werde. Um die Straftat zu verdecken, habe er sie dann mit einem Kissen erstickt, zeigte sich die Kammer überzeugt. Einige Tage später habe er sich wegen des Geruchs entschlossen, die Leiche in einem Wäldchen nahe der Stadtautobahn bei Lichtenhagen zu vergraben.

Der Mann hatte zu Prozessbeginn die Tötung der Frau gestanden, dies jedoch als eine Art Unfall dargestellt. Das Gericht schloss dagegen aus, dass er das Opfer versehentlich erwürgt haben könnte. Der Mann habe auch keine Reue oder Einsicht in sein Fehlverhalten gezeigt.

Im März 2014 vergewaltigte der Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts eine weitere Frau. Die Tat, bei der er sein Opfer mit einem Messer bedrohte, ereignete sich laut Gericht in der Wohnung, in der er seine Freundin getötet hatte. Die Anwälte des zweiten Opfers und des Angeklagten hatten sich während des Prozesses auf die Zahlung eines Schmerzensgelds geeinigt: 10 000 Euro.

Ursprünglich war der Mann wegen Totschlags und Vergewaltigung angeklagt. Doch das Gericht hatte in dem seit Dezember laufenden Indizienprozess früh deutlich gemacht, dass es eine Verurteilung wegen Mordes für möglich hält. Weil der Angeklagte laut Richter innerhalb von drei Monaten mit einem Mord und zwei Vergewaltigungen drei schwerste Straftaten verübte, wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

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