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Norddeutsche Neueste Nachrichten

14. Dezember 2017 | 23:49 Uhr

Andrang an der Bauernspitze

vom

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erstellt am 21.Jan.2012 | 04:28 Uhr

Neubrandenburg | Kandidatengerangel an der Spitze des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern: Zu den bevorstehenden Verbandswahlen bewerben sich inzwischen fünf Landwirte für die vier Posten im geschäftsführenden Vorstand. Zudem sind Kampfkandidaturen beim Wahlbauerntag am 22. März in Linstow nicht ausgeschlossen. Neben den bereits angekündigten Bewerbungen der bisherigen Präsidiumsmitglieder Rainer Tietböhl aus Volksdorf (Mecklenburgische Seenplatte), Marco Gemballa aus Zinsow (Vorpommern-Greifswald) und Detlef Kurreck aus Körchow (Landkreis Rostock) bemühen sich zwei weitere Landwirte um einen Sitz an der Verbandsspitze: Dietmar Hocke (43) aus Benz (Nordwestmecklenburg) und Gerd Göldnitz (60) aus Lübesse (Ludwigslust-Parchim). Zuvor war das bisherige Präsidiumsmitglied Hans-Heinrich Rave aus Schlieven im Landkreis Ludwigslust-Parchim von der im Herbst angekündigten Kandidatur zurückgetreten. Aus familiären Gründen, sagte er gestern. Er wolle mehr Zeit seinen sechs Enkeln witmen, begründete er.

Nach der Komplett-Bewerbung des geschäftsführenden Vorstandes war kaum mit Veränderungen in der Führungsriege gerechnet worden. Jetzt ist die Wahl wieder offen. Vor allem Neu-Kandidat Hocke aus dem größten Kreisverband des Landes geht mit der bisherigen Verbandsarbeit kritisch um: "In der Milchproblematik hat sich der Verband zu sehr zurückgezogen und zu viel Verantwortung zur Steuerung der Märkte an die Milchverarbeitung abgegeben", sagte er gestern zu Beginn der jetzt folgenden Kandidatentour durch alle 15 Kreisverbände in MV. Hocke geht damit auf die Kritiker zu, die dem Bauernverband in den letzten Jahren aus Unzufriedenheit mit der Arbeit des Präsidiums in der Debatte um niedrige Milchpreise den Rücken gekehrt hatten. Hocke sucht die Zusammenarbeit: Der Berufsstand müsse einheitlich vertreten sein und dürfe sich nicht auseinanderdividieren lassen. "Es muss uns besser gelingen, alle Stimmen der Basis zu hören", meint der 43-jährige Chef eines bäuerlichen Familienbetriebes. Das scheint notwendig: Offenbar fühlen sich einige Mitglieder noch immer nicht richtig verstanden. Nach wie vor wechselten Bauern den Verband und meldeten sich beim Bund deutscher Milchviehhalter (BDM): "Aus Frust", erklärte BDM-Landesteamleiter Christian Karp, Landwirt aus Kraak, gestern. Die Unzufriedenheit scheint groß. Schätzungen zufolge sind inzwischen im Altkreis Ludwigslust 80 Prozent der Milchbauern im BDM organisiert, einige parallel auch im Bauernverband.

Rinder- Schweine-, Geflügelhaltung: Auch Gerd Göldnitz wirbt für eine Kurskorrektur im Verband. Künftig müssten noch stärker die Anliegen der Veredlungsbetriebe vertreten werden, meinte er gestern. Damit hat er vor allem die Interessen der großen Agrarbetriebe im Blick, die im ländlichen Raum oftmals die größten Arbeitgeber seien und seiner Ansicht nach derzeit zu Unrecht an den Pranger gestellt würden. Zudem müsse der Verband die Aufklärung der Verbraucher verstärken.

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