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20. September 2017 | 22:13 Uhr

Rostock/Greifswald : Andere Probleme, gemeinsame Aktion

vom

Mehrere hundert Schüler, Auszubildende, Studenten und vereinzelt auch Lehrer und Dozenten sind gestern auf die Straße gegangen und haben für ein besseres Bildungssystem demonstriert.

svz.de von
erstellt am 17.Nov.2011 | 08:30 Uhr

Rostock | Mehrere hundert Schüler, Auszubildende, Studenten und vereinzelt auch Lehrer und Dozenten sind gestern auf die Straße gegangen und haben für ein besseres Bildungssystem demonstriert. Zeitgleich zu der Rostocker Protestaktion, die am Hauptbahnhof startete und auf dem Campus Ulmenstraße endete, wurde in ganz Deutschland demonstriert.

Es waren bekannte Protestgesänge, die ertönten. So schallte bereits bei dem letzten Bildungsstreik vor zwei Jahren "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns unsere Bildung klaut" durch die Rostocker Innenstadt. Genau wie die Gesänge sind auch die Forderungen gleich geblieben.

Unterrichtsausfall und Privatisierung

Kostenlose Bildung, Chancengleichheit und kleinere Lehrveranstaltungen waren und sind die großen Themen beim Bildungsprotest. Weil sich aus Sicht der Betroffenen auch nach zwei Jahren nichts Wesentliches geändert hat, geht nun der Protest in eine neue Runde.

Kritisiert wird dabei auch die zunehmende Privatisierung der Bildung. Weil staatliche Schulen zunehmend an Qualität verlieren würden, geht Franz Klammer auf eine Privatschule. Hier gäbe es kleinere Klassen, individuellere Förderungen sowie moderne Lehrgebäude. Er ist sich seines Privilegs bewusst und war gestern mitdemonstrieren, weil er der Auffassung ist, dass jeder das Recht auf eine gute Bildung haben sollte. "Ich finde es sehr wichtig, diese Meinung auch klar zu vertreten", so der 18-Jährige.

Als Auszubildende zur Heilerziehungspflegerin hat es Anne Scheer aus Güstrow auch nicht leicht. Gerade mussten sie und ihre Berufsschulkollegen die Schule wechseln, weil das alte Gebäude einsturzgefährdet gewesen sei. "Auf unserer alten Schule waren wir 300 Leute, nun sind wir 1500", so die 27-Jährige. Nun fehle es vor allem an Lehrern. Darum falle immer wieder Unterricht aus. "Manchmal kommen wir wegen einer 45-minütigen Unterrichtsstunde in die Schule und das aus dem ganzen Land", so Scheer.

Probleme an der Uni klagte gestern Luise Szyler an. Die Lehramtsstudentin für die Fächer Mathe und Chemie ist grundsätzlich gegen Studiengebühren und für eine freie Bildung. Dass die Bundeswehr an einigen Unis in Deutschland Forschung unterstützt und sogar Aufträge erteilt, findet sie falsch und gefährlich.

Nicht nur in Deutschland steht das Bildungssystem momentan in der Kritik. So gibt es aktuell auch Bildungsproteste in Chile, mit denen die Rostocker Aktivisten solidarisieren.

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