Aus der Rostocker Bürgerschaft : Amt prüft 24-Stunden-Kita

Sozialsenator bearbeitet Antrag auf Betriebserlaubnis / Bürgerschaft drängt auf Entlastung der Eltern

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03. März 2016, 05:00 Uhr

Nach langer Verzögerung könnte Rostocks erste 24-Stunden-Kita nun doch bald den Betrieb aufnehmen. Laut Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) bereiten seine Mitarbeiter derzeit die Verhandlungen mit der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP) als Träger der Einrichtung vor. „Am 9. Februar ist erstmals der Antrag auf Betriebserlaubnis eingegangen“, so Bockhahn. Bearbeitet werde dieser Antrag allerdings erst seit dem 22. Februar, da er selbst krankheits- und urlaubsbedingt nicht an seinem Schreibtisch gewesen sei. Zudem sei vor Erteilung der Betriebserlaubnis eine Leistungsentgeltvereinbarung zwingend notwendig.

In der Bürgerschaft musste der Senator gestern wegen seiner offenen Ablehnung der Rundumbetreuung und aufgrund der Verzögerungen erneut viel Kritik einstecken. „Die Bürgerschaft hat ihre Unterstützung der 24-Stunden-Kita mehrfach beschlossen“, sagt Thoralf Sens (SPD). Wie er fordert auch Frank Giesen (CDU) die Umsetzung dieser Beschlüsse. Laut eigenen Angaben bittet die GGP bereits seit April 2015 um die Betriebserlaubnis. Der Antrag sei seitdem aber weder positiv noch negativ vom Amt für Jugend und Soziales beschieden worden. Dabei seien alle finanziellen Forderungen seitens der Bürgerschaft erfüllt – unter anderem dank 600 000 Euro Fördermittel in den kommenden drei Jahren, die der GGP aus dem Bundesprogramm Kita plus winken. Wie dringend einige Eltern auf die erweiterte Kita angewiesen sind, macht Einwohner Thomas Borchert deutlich. Er sei berufsbedingt teilweise tagelang nicht zu Hause und seine Lebensgefährtin als Schiffsköchin auch nachts eingespannt. Die entfernt lebende Familie könne bei der Betreuung der 13 Monate alten Tochter ebenfalls nicht einspringen. „Es kann sein, dass meine Lebensgefährtin deswegen ihren Job verliert“, erklärte Thomas Borchert.

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