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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 13:54 Uhr

Rostock : Amnestie für Schusswaffen greift

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Besitzer können illegale Pistolen, Gewehre und Munition straffrei abgeben. In der Hansestadt gibt es 774 berechtigte Inhaber

von
erstellt am 04.Aug.2017 | 05:00 Uhr

In der Hansestadt gibt es fast 4000 offiziell registrierte Schusswaffen. „Es handelt sich um 1724 erlaubnispflichtige Kurzwaffen sowie um 2264 erlaubnispflichtige Langwaffen“, erklärt Carsten Maurer vom Stadtamt. Diese seien von 774 Besitzern gemeldet worden – von 758 Privatpersonen sowie von Bewachungsunternehmern. Maurer betont, dass es sich bei ihnen lediglich um die legalen Waffenscheininhaber handelt.

Nicht in der Statistik erfasst sind illegale und erlaubnisfreie Schusswaffen, deren Geschosse weniger als 7,5 Joule Bewegungsenergie erreichen. Zu ihnen gehören beispielsweise Schreckschuss-, Reizstoff-, Signal-, Druckluft- oder Federdruckwaffen. „Deren Besitz ist nicht anzeigepflichtig“, so Maurer. Um sie auch im Alltag in die Öffentlichkeit mitnehmen zu dürfen, ist allerdings der Erwerb des Kleinen Waffenscheins Voraussetzung. Außerdem müssen die Träger älter als 18 Jahre sein. Für alles darüber Hinausgehende wird ein weiterführender Waffenschein benötigt. „Eine Erteilung kommt nur in Betracht für Bewachungsunternehmer oder besonders gefährdete Personen“, erklärt Maurer. Für den Erwerb und Besitz erlaubnispflichtiger Schusswaffen müssen sie zudem eine Waffenbesitzkarte vorlegen. Diese bedinge den Nachweis der Zuverlässigkeit, persönlichen Eignung, Sachkunde und eines Bedürfnisses, so Maurer. „Ein begründetes Verwendungsinteresse wird beispielsweise bei Jägern, Sport- und Brauchtumsschützen, Waffensammlern, -sachverständigen und -händlern, Bewachungsunternehmern, Sportbootführern und Erben anerkannt“, erklärt er.

Illegale Waffen können seit Anfang Juli straf- und kostenfrei beim Stadtamt oder bei der Polizei abgegeben werden. Möglich macht das eine Gesetzesänderung, die eine Amnestieregelung beinhaltet. Deren Frist läuft bis zum 1. Juli 2018. Um Missverständnisse zu vermeiden, gelten aber mehrere Auflagen. So sollten die Besitzer bereits vor der Abgabe Kontakt mit den Behörden aufnehmen. Außerdem dürfen sie die Waffe nicht schuss- und zugriffsbereit transportieren und müssen sie persönlich abgeben. Je nach Einzelfall können bisher illegale Besitzer der Waffen und Munition auch eine Erlaubnis beantragen.

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Zustände wie in den USA, wo das Recht auf Waffen in der Verfassung festgehalten ist und sie deswegen zum Alltag gehören, sollten in Deutschland vermieden werden. Denn die Folgen sind bekannt: mehr Tote, mehr Verwundete, mehr Unfälle, mehr Unsicherheit. Die Amnestie für illegale Waffenbesitzer ist deswegen ein richtiger Schritt. Wie viele nicht registrierte Pistolen und Gewehre in Rostock im Umlauf sind, ist natürlich nicht bekannt. Dass es sie gibt, ist hingegen klar. Vor Jahren wurde der Rostocker Hafen im so genannten Darknet, also dem auch von Kriminellen aller Art genutzten Schatten-Internet, sogar als Umschlagplatz für den Waffenhandel benannt.

 

 

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