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Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 21:23 Uhr

See & Hafen : Am Puls des maritimen Lebens

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nautischer Verein Rostock vor 25 Jahren wiedergegründet / Initiator war Prof. Ulrich Scharnow

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 15:00 Uhr

Sie verfolgen am Simulator den Schiffsverkehr, informieren sich auf der Brücke eines großen Notschleppers und sehen im Marine-Hafen, wie Windkraftanlagen und Hafenkräne Gestalt annehmen und mächtige Rohre für Offshore-Windparks entstehen. Etliche von ihnen sind als Nautiker auf See gewesen oder sind es heute noch und kennen sich in der maritimen Wirtschaft aus, mit deren Wohl und Wehe sie sich eng verbunden fühlen. Am kommenden Freitag können sie auf ein denkwürdiges Ereignis ihrer Gemeinschaft zurückblicken.

Der Nautische Verein Rostock begeht mit einem Nautischen Essen in der Warnemünder Gaststätte „Herberts“ sein 25-jähriges Bestehen. Die deutsche Einheit war gerade zwei Wochen alt, als am 18. Oktober 1990 auf Initiative vom Warnemünder Hochschullehrer Prof. Ulrich Scharnow durch ihn und 20 Mitstreiter im Senatssaal der Hochschule für Seefahrt der Verein gegründet wurde.

Eigentlich war es eine Wiedergründung, denn die Wurzeln der Vereinsarbeit reichen bis 1870 zurück, als in Berlin der Deutsche Nautische Verein (DNV) als Dachgesellschaft diverser Schiffergesellschaften aus der Taufe gehoben worden war. Seitdem ging es darum, Probleme von Schifffahrt und Häfen mit einer Stimme der Politik nahezubringen.

Beim Nautischen Essen – alljährlich im Oktober ein Höhepunkt im Vereinsleben - wird der Vorsitzende Helmut Martin (64) an die Anfänge erinnern, Hero-Geschäftsführer Dr. Gernot Tesch wird die Festrede halten und „Polarstern“-Kapitän Uwe Pahl die Kapitänsrede. In 25 Jahren hat sich der Rostocker Verein zu einem der Aktivposten der nautischen Gemeinschaft zwischen Emden und Sassnitz mit ihren insgesamt mehr als 4500 Mitgliedern in 20 Vereinen entwickelt.

70 Einzelmitglieder, von denen 45 noch berufstätig sind, und 25 korporative Mitgliedsunternehmen gehören gegenwärtig der Gemeinschaft in Rostock an, die ein reges Vereinsleben pflegt. Sie treffen sich jeden zweiten Dienstag im Monat (außer August) um 18 Uhr im „Herberts“ am Alten Strom zu ihren Vortragsveranstaltungen oder unternehmen Exkursionen zu Betrieben aus der maritimen Wirtschaft. Martin erinnert an den ersten Höhepunkt – die Ausrichtung des Deutschen Seeschifffahrstages in Rostock und eine Vielzahl von Veranstaltungen, die zunehmend Zuspruch finden. Exkursionen führten unter anderen zu Liebherr, Nordex, zu EEW, zur Marine, zu den Simulatoren von Aida und der Seefahrtsschule und durch das heimische Hafenrevier. Lobbyarbeit wird in den Fachausschüssen des DNV geleistet. Hier wirken allein vier Mitglieder mit und bereiten so wichtige Weichenstellungen für Schifffahrt und Häfen mit vor.

Für den Bereich Ostsee wurden durch ein enges Zusammenwirken mit den Nachbarvereinen von Kiel bis Stralsund die Kräfte gebündelt, wird gemeinsam unter anderem in Fragen der Schiffssicherheit und sozialer Belange Flagge gezeigt.

In der Hansestadt bringt sich der Verein mit zwei Mitgliedern in die Arbeit des Maritimen Rats mit ein, die der Bürgerschaft eine Beschlussvorlage über den Umgang mit dem maritimen Erbe vorbereitet.

Es sind Kapitäne, Makler, Lotsen, Sachverständige, Hochschullehrer, Marineoffiziere, Ingenieure, Vertreter von Reedereien und weiterer maritimer Unternehmen und Einrichtungen zwischen 35 und 82 Jahren, die den Puls des Vereinslebens mitbestimmen. Traditionspflege zählt nicht vorrangig zu ihren Aufgaben – sie sind auch kein Altherrenverein, was allein die Mitgliedschaft einiger Frauen belegt.

Der gebürtige Kritzmower Helmut Martin(64), der seit 1997 den Verein führt, ist in Rostock zur Schule gegangen, hat hier an der Universität Betriebswirtschaft mit der Spezifik Seeverkehr und Hafen studiert. Zwei Jahrzehnte war die Schiffsversicherung sein berufliches Metier, ehe er im Marketing der Hafen-Entwicklungsgesellschaft sein Tätigkeitsfeld fand. Im Vorstand des Nautischen Vereins wirken an seiner Seite der Hochschullehrer Prof. Thomas Böcker, Hafenkapitän Gisbert Ruhnke, BSH-Vizepräsident Dr. Mathias Jonas und Günter Hanke vom Hafen- und Seemannsamt mit.

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