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Historische Schiffe : Am Freitag kommt die „Undine“ zurück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Rumpf des Seebäderschiffes ist wieder schwimmtauglich- Schlepper holt es aus Dresden. Das Denkmal soll Platz in Rostock bekommen

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Acht Jahre lang ist die „Undine“ aus Rostock fort und liegt in Dresden. Jetzt kommt sie zurück: Am Montag setzt ein Binnenschlepper mit ihr Kurs auf den Rostocker Hafen, fährt über die Elbe und den Elbe-Lübeck-Kanal in die Ostsee.

Je nach Wetter rechnet der stellvertretende Vorsitzende des Eignervereins, Steffen Wiechmann, damit, dass sie am Freitag, frühestens Donnerstag, da sein wird. 30 000 Euro kostet die Überfahrt des ältesten deutschen Seebäderschiffes, von dem nur noch der Rumpf übrig ist – mit Versicherung, Genehmigungen, Kosten für den Schlepper. Dafür sammelte der Verein Freundeskreis Maritimes Erbe Spenden. 5000 Euro fehlen noch.

„Die ,Undine’ soll wasserseitig festmachen“, sagt Wiechmann. Wo, sei noch nicht klar – zwei Möglichkeiten hat der Verein in Aussicht. Doch dort soll die „Undine“ nicht lange bleiben. Sie soll als Denkmal der Stadt an Land einen Platz finden – favorisiert am Stadthafen zwischen Hellingkran und Speicher, sagt Wiechmann. Dort solle schließlich auch die maritime Meile entstehen. Der Rumpf wäre dafür eine Bereicherung. „Die Stadt hat uns bisher massiv unterstützt“, sagt er – gerade der Oberbürgermeister, Kulturamtsleiterin Michaela Selling und Stadtkonservator Peter Writschan. Wiechmann hofft und ist optimistisch, dass das so bleibt und die „Undine“ einen repräsentativen Platz bekommt. Möglich wäre eine Installation zu gestalten oder den Innenraum auszubauen. „Das sind Fragen, die in der zweiten Phase geklärt werden müssen“, sagt Wiechmann. Erstmal wird ein Behelfsdeck aufgezogen, um den Rumpf zu schließen und ihn an Land stehen lassen zu können. „Wir haben um die ,Georg Büchner’ gekämpft und sind froh, jetzt die ,Undine’ für die Stadt retten zu können“, sagt Wiechmann.

Wenn später einmal Geld dafür da ist, würde sich der 15 Mitglieder starke Verein wünschen, dass die „Undine“ wieder aufgebaut wird, so wie es einst geplant war. Rund fünf Millionen Euro würde das kosten. 2007 lag auch ein vorläufiger Landesfördermittelbescheid über einen 50-prozentigen Zuschuss von maximal 2,2 Millionen Euro vor. Der damalige Betreiberverein, Förderverein SOS Seebäderschiff, und der Landestourismusverband gründeten eine Betreibergesellschaft, in der der Verband einen höheren Anteil hatte. Er agierte nicht, sagt Wiechmann. Und so verfiel der Bescheid.

Als der Verein bei der Dresdner Werft Liegegebühren zahlen sollte und nicht konnte, meldete er Insolvenz an und wurde aufgelöst. Für einen symbolischen Betrag von 1,14 Euro verkaufte er zuvor dem Freundeskreis Maritimes Erbe das 1910 auf der Neptun-Werft gebaute Schiff. Nach Absprache mit OB und Verein erklärte sich die heutige Dresdner Werft, die Saal-Werft, bereit, das Schiff unentgeltlich wassertauglich zu machen.

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