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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 08:12 Uhr

Diskussion : Alterswohnen in den Startlöchern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Elmenhorst: Projektgesellschaft stellt Entwürfe auf Einwohnerversammlung vor. Probleme bei Infrastruktur nicht gelöst.

von
erstellt am 03.Mai.2015 | 06:00 Uhr

Wohnen im Alter, Verbesserung der Infrastruktur, Kinderspielplätze – offene Fragen gibt es in der Gemeinde Elmenhorst/ Lichtenhagen-Dorf einige. Auch eine Einwohnerversammlung hat in dieser Woche nur bedingt Antworten auf bevorstehende Probleme gegeben.

Neben der Schaffung von neuem Bauland sowie der Sauberkeit in der Gemeinde, sorgten vor allem zwei Themen für reichlich Diskussionsstoff unter den rund 50 Einwohnern: die aktuelle Verkehrssituation inklusive geplanter Ortsumgehung sowie das altersgerechte Wohnen im Elmenhorster Zentrum. „Wir haben die Größe von Graal-Müritz erreicht, vernachlässigen dabei aber unsere Infrastruktur. Nur Bauland schaffen und Investoren werben? Das geht nicht“, wandte sich Edeltraut Ortmann an Bürgermeister Horst Harbrecht (CDU). Auch die mangelnde ärztliche Versorgung in der Gemeinde gab sie zu bedenken.

Bürgermeister Harbrecht konnte die Kritik indes nur bedingt nachvollziehen. „Wir haben einer Hautärztin einen Bauplatz besorgt, nur gebaut hat sie bis heute nicht“, gibt er ein Beispiel. Und ohne Investoren sei gerade in kleinen Gemeinden schließlich kaum etwas möglich.

Möglich werden soll hingegen betreutes Seniorenwohnen. Nachdem eine Rostocker Projektgesellschaft das Gelände des ehemaligen Gemeindezentrums an der Hauptstraße im März erwarb, soll hier nun ein Komplex mit 36 Wohnungen entstehen. „Darin inbegriffen ist neben der Sozialstation auch die Möglichkeit einer Tage-, Intensiv- und Kurzzeitpflege“, sagt Roland Winkler von der Projektgesellschaft. Geplant ist außerdem die Unterbringung eines Allgemeinmediziners sowie einer Physiotherapeutin.

Die ersten Entwürfe des Architekten Tilo Ries sehen dabei Wohnungen zwischen 40 und 80 Quadratmetern vor, die einerseits vermietet und andererseits als Eigentumswohnungen angeboten werden. „So ist es nicht ausschließlich ein betreutes Wohnen, die Durchmischung der Generationen ist gegeben“, begründet Frank Ries diesen Schritt. Eine Idee, die unter den Einwohnern nicht ausschließlich auf Gegenliebe stieß. „Eigentumswohnungen sind für ältere Menschen wenig sinnvoll. Werden sie dann an die jüngere Generation vererbt, ist der Grundgedanke doch ausgehebelt“, merkt Susanne Rose an. „Die Idee ist gut und der Bedarf ist in der Gemeinde da. Auf die Umsetzung bin ich jetzt schon gespannt“, sagt Ingo Anton, der seit 1982 in Elmenhorst lebt.

Während Bürgermeister Horst Harbrecht auf einen baldigen Baubeginn hofft, sind Investoren und Architekt mit Prognosen eher zurückhaltend. Im günstigsten Fall sollen die Wohnungen 2016, vielleicht aber auch erst im Jahr 2017 für den Erstbezug fertiggestellt sein.

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